Unternehmen können nicht nur auf die Erfahrung und die Einzelleistungen von Fachexperten vertrauen. Komplexe Herausforderungen verlangen nach einem sinnvollen und zweckgerichteten Zusammenwirken mehrerer Mitarbeiter mit meist unterschiedlicher Expertise. Aus diesen Mitarbeitern gilt es vor allem für abgegrenzte Projekte ein Team zu formen, damit die erforderlichen Arbeitsschritte wirksam, koordiniert und effizient erbracht werden und in das angestrebte Ergebnis münden. Die Entwicklung eines Teams erfolgt in planvoll aufeinander aufbauenden Phasen.

Im nachfolgenden Beitrag gibt es mehr über die Phasen der Teamentwicklung, das Phasenmodell nach Tuckman und die Begrifflichkeiten im Allgemeinen zu lesen.

Was macht Teams im Unternehmen aus?

In Wirtschaftsunternehmen und anderen Organisationen werden Teams gebildet – nicht erst seit heute. Bei ebendiesen handelt es sich in der Regel um Kleingruppen, welche sich durch besondere Merkmale von einer zufällig zusammentreffenden Gruppe von Menschen unterscheiden. Die intrinsische Motivation der Mitglieder ist ein wesentliches Merkmal des Begriffes.

Zweck der Teamentwicklung

Mit der Teambildung (auch Teamentwicklung oder Teambuilding) verfolgen die anwendenden Organisationen häufig eine Vielzahl von Zwecken:

  • Die zum Teil inhumanen Folgen einer sehr detaillierten Arbeitsteilung (Taylorismus) sollen vermieden werden.
  • Im Gegenzug besteht die Erwartung, mit Teams die Produktivität zu steigern.
  • Das Verantwortungsbewusstsein der am Team beteiligten Mitarbeiter für die gesamtheitlichen Belange der Unternehmung soll wachsen.
  • Teamarbeit hat die Aufgabe, die (Persönlichkeits-) Entwicklung der Mitglieder zu fördern.
  • Leiter von Teams können sich für andere Führungsaufgaben qualifizieren.

Mehr zur Begriffsbestimmung Teamentwicklung

Die Teamentwicklung ist ein Prozess, der in vielen Organisationen von einem eingesetzten Teamleiter verantwortet und angestoßen wird – häufig sogar als „Geschäftsprozess“ im Unternehmen bestimmt. Verhaltensvorgaben, die sich das Team entweder selbst definiert oder die dem Team teilweise auch von außen aufgegeben werden, haben als Spielregeln die Aufgabe, die Zusammenarbeit zu erleichtern. Sie verlangen zumeist die Sachbezogenheit von Diskussionen im Team, moderate Umgangsformen, den fairen Umgang mit Fehlern und eine konstruktive Einhegung von Konflikten.

Zweck der Arbeitsorganisation in Teams

Die Mitglieder eines Teams haben verschiedene Rollen auszuüben. Während der Teamentwicklung prägen sich die Strukturen des Teams aus, indem die Rollen und Aufgaben unter Berücksichtigung der erkannten Stärken und Schwächen definiert und auf die Mitglieder verteilt werden. Abläufe und Prozessketten werden erprobt, verworfen oder optimiert. Das kommunikative Verhalten erfährt ebensolche Fortschritte wie die sozialen Kompetenzen der Teammitglieder.

Häufig werden spezielle Maßnahmen angewandt, um die sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter herauszuarbeiten oder diese zu stärken. Diese Maßnahmen dienen damit gleichzeitig der Personalentwicklung. Häufig eingesetzte und interessante Ideen sind etwa: spezielles Inhouse-Training oder Outdoor-Aktivitäten. Inhouse kann insbesondere durch externe Berater ein neues Verständnis für die einzelnen Teammitglieder herausgearbeitet werden. Outdoor-Aktivitäten stärken vor allem den Teamzusammenhalt.

Die Phasen der Teamentwicklung näher betrachtet

Die Teamentwicklung in Phasen dargestellt? Der Prozess der Teamentwicklung verläuft durchaus dynamisch und lässt sich daher nur in einem prototypischen Sinne in separate Stufen oder Phasen zergliedern. Der US-amerikanische Psychologe und Organisationsberater Bruce Wayne Tuckman entwickelte 1965 ein um eine fünfte Phase erweitertes Modell für die Teamentwicklung. Das Tuckman-Phasenmodell gilt heute als anerkanntes Prinzip in diesem Bereich und trägt sowohl deskriptive als auch normative Züge.

Phasenmodell nach Tuckman

Das Tuckman Phasenmodell in der Übersicht:
  1. Forming – Einstiegs- und Findungsphase (Kontakt)
  2. Storming – Auseinandersetzungs- und Streitphase (Konflikt)
  3. Norming – Regelungs- und Übereinkommensphase (Kontrakt)
  4. Performing – Arbeits- und Leistungsphase (Kooperation)
  5. Adjourning – Auflösungsphase

In der ersten oder Forming-Phase lernt sich das Team kennen. Der von außen, von der Organisation eingesetzte Projektleiter hat die Aufgabe, Vertrauen aufzubauen und die Mitglieder zu integrieren. In der zweiten oder Storming-Phase ringen die Mitglieder um Einfluss und suchen ihren Platz im Team. Der Projektleiter sorgt für förderliche Rahmenbedingungen. Mitunter wird dieser Abschnitt aufgrund der ersten auftretenden Konflikte auch als Konfrontationsphase bezeichnet.

In der dritten oder Norming-Phase einigen sich die Teammitglieder auf die Spielregeln der Zusammenarbeit und besetzen ihren Platz im Team. Der Leiter unterstützt sie dabei. Im Ergebnis konsolidiert sich das Team. Die vierte oder Performing-Phase wird vielfach als Herzstück der Teambildung betrachtet, da in ihr die eigentliche Arbeit an den Aufgaben stattfindet. Das Team zeichnet ein hoher Grad an Selbstorganisation aus. Dem Teamleiter fällt die Funktion zu, womöglich auftretende Konflikte zu regeln, und ansonsten den Fortschritt der Arbeit zu begünstigen, indem er entsprechende Steuerungsmaßnahmen ergreift.

In der fünften, auch Adjourning genannten Phase finden die abschließenden Arbeiten und die Übergabe des Arbeitsergebnisses statt. Die von Tuckman gewählte Begrifflichkeit deutet an, dass ein unkontrolliertes Zerfallen des Teams vermieden werden soll. Häufig hat das Team noch die Aufgabe, aus den Erfahrungen „lessons learned“ für künftige Projekte zu destillieren.