Kurz beantwortet
Für eine einfache Firmenwebsite eignet sich ein Baukasten, für mehr Inhalte, einen Blog oder einen Shop WordPress oder ein Shopsystem, für besondere Ansprüche eine Agentur. Pflicht sind ein Impressum (§ 5 DDG), eine Datenschutzerklärung und eine Einwilligung für nicht notwendige Cookies (§ 25 TDDDG); wer online an Verbraucher verkauft, muss seit 28.06.2025 auch barrierefrei sein, außer als Kleinstunternehmen.
Website erstellen: vier Wege im Vergleich
| Weg | Passt für | Aufwand und Kosten | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Website-Baukasten | Visitenkarte, wenige Seiten, Terminbuchung, kleiner Shop | selbst in Tagen machbar, monatliche Miete | Bindung an den Anbieter, Umzug schwierig, begrenzte Gestaltung |
| WordPress (selbst betrieben) | mehr Inhalte, Blog, Mehrsprachigkeit, Shop mit Erweiterung | Einarbeitung, Hosting, regelmäßige Updates | Sicherheit und Pflege liegen bei Ihnen oder Ihrem Dienstleister |
| Shopsystem | Verkauf vieler Produkte, Lager, Zahlarten, Versand | Miete oder Lizenz plus Transaktionsgebühren | für reine Informationsseiten zu viel |
| Agentur oder Freelancer | eigenes Design, besondere Funktionen, wenig eigene Zeit | einmalige Kosten plus Betreuung | Abhängigkeit, wenn Zugänge und Rechte nicht bei Ihnen liegen |
Egal welcher Weg: Domain, Zugänge und Inhalte sollten auf Ihren Namen laufen. Wer die Domain von einer Agentur registrieren lässt, muss bei einem Streit sonst um die eigene Adresse verhandeln.
Was es kostet, eine Website zu erstellen
Die Kosten setzen sich aus wenigen Posten zusammen. Welche davon anfallen, hängt vom Weg ab:
| Kostenart | Baukasten | WordPress | Agentur |
|---|---|---|---|
| Domain | oft im Tarif enthalten | jährlich beim Hoster oder Registrar | wie WordPress; auf Ihren Namen registrieren |
| Software und Hosting | monatliche Miete je Tarifstufe | Hosting-Paket; die Software selbst ist frei | je nach System, meist Hosting wie WordPress |
| Erweiterungen | höhere Tarifstufe für Shop, Buchung oder mehr Seiten | kostenpflichtige Themes und Plugins nach Bedarf | im Angebot enthalten oder einzeln berechnet |
| Erstellung | eigene Zeit | eigene Zeit oder Dienstleister | einmaliges Honorar für Konzept, Gestaltung, Umsetzung |
| Pflege | eigene Zeit, Updates macht der Anbieter | Updates, Sicherungen, Sicherheit; oft Wartungsvertrag | Wartungsvertrag oder Stundensätze |
Eine Website kostenlos zu erstellen, ist bei vielen Baukasten-Anbietern möglich, aber meist mit fremder Adresse (etwa ihr-betrieb.anbieter.de), Werbung des Anbieters und begrenzten Funktionen. Für einen Test oder einen Vereinsauftritt reicht das, für eine Firmenwebsite wirkt eine eigene Domain vertrauenswürdiger und bleibt beim Wechsel erhalten.
Website mit KI erstellen
Viele Baukasten-Anbieter haben inzwischen KI-Assistenten, die aus wenigen Angaben zu Betrieb und Branche einen ersten Entwurf mit Seiten, Texten und Bildern erzeugen. Auch Chat-Assistenten wie ChatGPT schreiben Texte und einfachen Code. Das spart Zeit beim Start, ersetzt aber nicht die Arbeit danach: Texte auf Richtigkeit und eigene Worte prüfen, erfundene Angaben entfernen, Bildrechte klären und Pflichtseiten wie Impressum und Datenschutzerklärung selbst vervollständigen.
Worauf Sie bei der Auswahl achten
Ob Baukasten, WordPress oder Shopsystem: Diese Fragen klären Sie vor der Entscheidung.
Bedienung
Sie oder Ihr Team sollen Texte, Bilder und Öffnungszeiten selbst ändern können, ohne Programmierkenntnisse. Testen Sie den Editor in einer kostenlosen Probephase mit einer echten Seite, nicht nur mit der Vorlage.
Vorlagen und Gestaltung
Gute Vorlagen sind schlicht, schnell und auf dem Handy gut lesbar. Prüfen Sie, ob sich Farben, Schriften und Logo an Ihren Markenauftritt anpassen lassen und ob die Vorlage ohne lange Ladezeiten auskommt.
Funktionen
Brauchen Sie Kontaktformular, Terminbuchung, Blog, Newsletter-Anmeldung, Mehrsprachigkeit oder einen Shop? Legen Sie fest, was heute nötig ist und was in zwei Jahren dazukommen könnte. Ein Baukasten, der den Shop nur in einer teuren Stufe anbietet, kann später teurer werden als ein anderer Weg.
Preis und Wachstum
Vergleichen Sie nicht den Einstiegspreis, sondern die Kosten im zweiten Jahr: Viele Angebote locken mit einem günstigen ersten Jahr. Achten Sie auf Laufzeit, Domain, E-Mail-Postfächer, Speicher und Zusatzmodule.
Hilfe und Support
Wer hilft, wenn das Formular nicht mehr sendet? Prüfen Sie, ob Support auf Deutsch, per Telefon oder Chat und in angemessener Zeit erreichbar ist.
Datenschutz, Sicherheit, Umzug
Serverstandort, Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Verschlüsselung (HTTPS), automatische Sicherungen und Updates gehören zum Pflichtprogramm. Fragen Sie außerdem, ob Sie Inhalte exportieren können, falls Sie wechseln. Bei Baukasten-Websites ist ein Umzug oft nur durch Neuaufbau möglich.
WordPress und Onlineshop
WordPress ist ein freies Redaktionssystem, das sich für Firmenwebsites, Blogs und mit Erweiterungen auch für Shops eignet. Die Software selbst kostet nichts; Kosten entstehen für Hosting, Domain, kostenpflichtige Erweiterungen und Pflege. Weil WordPress so verbreitet ist, ist es auch ein häufiges Angriffsziel: Updates für Kern, Themes und Erweiterungen müssen regelmäßig eingespielt werden, am besten mit einem Wartungsvertrag oder einem Hoster, der das übernimmt.
Für einen Shop mit WordPress gibt es Erweiterungen, die Warenkorb, Zahlarten und Versand abbilden, teils mit Anpassungen für den deutschen Markt. Wer viele Produkte verkauft oder schnell wachsen will, sollte auch fertige Shopsysteme vergleichen. Für jeden Onlineshop an Verbraucher gilt unter anderem:
- Gesamtpreise mit Umsatzsteuer und der Hinweis, ob Versandkosten anfallen, samt deren Höhe (§§ 3, 6 PAngV)
- Bestellknopf mit „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer gleich eindeutigen Formulierung (§ 312j Abs. 3 BGB)
- Widerrufsbelehrung, denn bei Fernabsatzverträgen haben Verbraucher grundsätzlich ein Widerrufsrecht (§ 312g BGB)
- allgemeine Geschäftsbedingungen, wenn Sie welche verwenden, und der Hinweis zur Verbraucherschlichtung (§ 36 VSBG)
- Barrierefreiheit nach dem BFSG, außer für Kleinstunternehmen (siehe unten)
Domain, Hosting und E-Mail-Adresse
Die Domain ist die Adresse Ihrer Website, das Hosting der Speicherplatz, auf dem sie liegt. Bei Baukasten und Shopsystem sind beide meist im Paket enthalten; bei WordPress wählen Sie einen Hoster selbst. Achten Sie beim Hosting auf Serverstandort in der EU, tägliche Sicherungen, kostenloses Sicherheitszertifikat für HTTPS, aktuelle Software und einen erreichbaren Support. Sehr günstige Pakete sparen oft an Leistung und Sicherung.
Eine E-Mail-Adresse mit eigener Domain, etwa info@ihr-betrieb.de, wirkt professioneller als ein kostenloses Postfach und bleibt Ihnen auch beim Wechsel des Mail-Anbieters. Richten Sie für die Domain die üblichen Sicherheitseinträge ein, die der Anbieter anbietet, damit Ihre Mails nicht im Spam landen und niemand in Ihrem Namen Mails verschickt. Notieren Sie, wo die Domain registriert ist und wann sie verlängert wird.
Texte, die Kunden und Suchmaschinen verstehen
Die meisten Besucher kommen über eine Suche. Schreiben Sie deshalb in den Worten, mit denen Ihre Kundschaft sucht: „Dachdecker in Bielefeld“ statt „Lösungen rund ums Dach“. Jede wichtige Leistung bekommt eine eigene Seite mit eigener Überschrift. Halten Sie Adresse, Telefon und Öffnungszeiten überall gleich, auf der Website wie in Branchenverzeichnissen und im Unternehmensprofil bei Kartendiensten. Mehr dazu auf den Seiten zu Sichtbarkeit und Suchmaschinenoptimierung.
Gestaltung: drei Grundregeln
1. Ein stimmiges Konzept
Logo, Schriften und Farben passen zusammen und zu Ihren anderen Auftritten, vom Briefpapier bis zum Firmenwagen. Weniger ist mehr: Viel Weißraum, kurze Absätze, eine gut lesbare Schrift in ausreichender Größe und Farben nur dort, wo sie etwas hervorheben. Die wichtigsten Fragen der Besucher beantwortet die Startseite: Was bieten Sie, für wen, wo, und wie erreicht man Sie?
2. Zuerst für das Handy
Viele Besuche kommen vom Smartphone. Eine Website im responsiven Design passt sich der Bildschirmgröße an. Planen Sie zuerst die Handy-Ansicht: Telefonnummer und Kontakt mit einem Fingertipp erreichbar, Knöpfe groß genug, nichts, was seitlich verrutscht. Auf dem großen Bildschirm kommen dann weitere Elemente dazu.
3. Eigene Bilder statt Standardfotos
Bilder von Ihren echten Produkten, Ihrem Team und Ihren Räumen schaffen Vertrauen, das Bilder aus Datenbanken nicht leisten. Professionelle Fotos lohnen sich für die wichtigsten Seiten. Klären Sie die Rechte: an gekauften Bildern, an Fotos von Beschäftigten und an Bildern, die eine KI erzeugt hat. Komprimieren Sie Bilder, damit die Seite schnell lädt, und geben Sie jedem Bild einen beschreibenden Alternativtext.
Pflichten für jede Firmenwebsite
| Pflicht | Was verlangt ist | Fundstelle |
|---|---|---|
| Impressum | Name, Anschrift, bei juristischen Personen Rechtsform und Vertretung, E-Mail und schnelle Kontaktmöglichkeit, gegebenenfalls Register, Aufsichtsbehörde, Umsatzsteuer-ID; leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar | § 5 DDG |
| Datenschutzerklärung | Informationen, welche personenbezogenen Daten die Website verarbeitet, wozu, auf welcher Rechtsgrundlage und an wen sie gehen | Art. 13 DSGVO |
| Einwilligung für Cookies und ähnliche Techniken | Speichern oder Auslesen von Informationen auf dem Gerät nur mit Einwilligung, außer es ist für den gewünschten Dienst unbedingt erforderlich | § 25 TDDDG |
| Hinweis zur Verbraucherschlichtung | ob Sie an Schlichtungsverfahren teilnehmen; Unternehmen mit 10 oder weniger Beschäftigten am 31.12. des Vorjahres sind von dieser Angabe befreit, nicht aber vom Hinweis auf eine Schlichtungsstelle, zu der sie sich verpflichtet haben | § 36 VSBG |
| Barrierefreiheit | für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr gegenüber Verbrauchern, die nach dem 28.06.2025 erbracht werden | §§ 1, 3 BFSG |
Wann das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt
Das BFSG erfasst Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, also Websites und Apps, die auf Anfrage eines Verbrauchers im Hinblick auf den Abschluss eines Verbrauchervertrags angeboten werden (§ 1 Abs. 3 Nr. 5, § 2 Nr. 26 BFSG). Darunter fallen etwa Onlineshops und Online-Buchungen für Privatkunden. Eine Website, die nur informiert und über die keine Verträge geschlossen werden, fällt nach dieser Definition nicht darunter, ebenso wenig ein reines Geschäftskundenangebot. Ausgenommen sind außerdem Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen (§ 3 Abs. 3 BFSG): Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme (§ 2 Nr. 17 BFSG). Barrierefreie Gestaltung lohnt sich trotzdem, weil sie die Seite für alle leichter bedienbar macht.
Die erste Website erstellen in sechs Schritten
- Ziel festlegen: Anrufe, Anfragen, Termine oder Verkäufe? Danach richten sich Aufbau und Funktionen.
- Domain sichern: kurz, leicht zu buchstabieren, auf Ihren Namen registriert.
- Weg wählen: Baukasten, WordPress, Shopsystem oder Agentur nach der Tabelle oben.
- Inhalte schreiben: Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt; Texte in der Sprache Ihrer Kundschaft, mit Ort und Leistung in den Überschriften, damit Suchmaschinen Sie finden.
- Pflichtseiten anlegen: Impressum, Datenschutzerklärung, Einwilligungsbanner nur, wenn Sie nicht notwendige Cookies oder Dienste nutzen.
- Prüfen und pflegen: auf dem Handy testen, Formular ausprobieren, Ladezeit messen; danach regelmäßig aktualisieren und sichern.
Häufige Fragen
Was kostet eine Website für ein kleines Unternehmen?
Das hängt vom Weg ab. Ein Baukasten kostet eine monatliche Miete, WordPress Hosting, Domain und Pflege, eine Agentur einmalige Erstellungskosten und meist einen Wartungsvertrag. Vergleichen Sie die Kosten über zwei bis drei Jahre, nicht nur den Einstiegspreis.
Kann man eine Website kostenlos erstellen?
Ja, viele Baukasten-Anbieter haben einen kostenlosen Tarif. Die Website läuft dann meist unter einer Adresse des Anbieters, zeigt dessen Werbung und hat weniger Funktionen. Für einen Betrieb lohnt sich in der Regel ein bezahlter Tarif mit eigener Domain.
Was ist der Unterschied zwischen Homepage und Website?
Genau genommen ist die Homepage die Startseite einer Website, die Website der ganze Auftritt mit allen Unterseiten. Im Alltag werden beide Wörter oft gleich verwendet; „Homepage erstellen“ meint meist dasselbe wie „Website erstellen“.
Kann ChatGPT eine Website erstellen?
Ein Chat-Assistent kann Texte, Gliederung und einfachen Code liefern, aber keine Domain registrieren, nichts veröffentlichen und keine Pflichtangaben für Sie prüfen. Schneller zum Ziel kommen viele Betriebe mit dem KI-Assistenten eines Baukastens und einer gründlichen Durchsicht danach.
Brauche ich ein Impressum auf meiner Website?
Ja, wenn Sie die Website geschäftsmäßig betreiben. § 5 DDG verlangt unter anderem Name, Anschrift, E-Mail und eine schnelle Kontaktmöglichkeit, bei Gesellschaften auch Rechtsform, Vertretung und Register. Das Impressum muss leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein.
Brauche ich einen Cookie-Banner?
Nur, wenn die Website Informationen auf dem Gerät der Besucher speichert oder ausliest, die für den gewünschten Dienst nicht unbedingt erforderlich sind, zum Beispiel für Statistik, Werbung oder eingebettete Videos (§ 25 TDDDG). Eine Website ohne solche Dienste kommt ohne Banner aus.
Muss meine Firmenwebsite barrierefrei sein?
Nach dem BFSG nur, wenn Sie über die Website Verträge mit Verbrauchern anbahnen oder schließen, etwa in einem Shop oder einer Online-Buchung, und kein Kleinstunternehmen sind. Kleinstunternehmen sind Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Umsatz oder Bilanzsumme (§ 2 Nr. 17, § 3 Abs. 3 BFSG).
Baukasten oder WordPress?
Ein Baukasten ist schneller und einfacher, bindet Sie aber an den Anbieter. WordPress ist flexibler und lässt sich umziehen, braucht aber Pflege und Updates. Für eine Visitenkarte mit wenigen Seiten reicht meist ein Baukasten, für viele Inhalte oder späteres Wachstum ist WordPress oft die bessere Wahl.
Quellen
- Gesetz Digitale-Dienste-Gesetz
- Gesetz Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz
- Gesetz Datenschutz-Grundverordnung (EU) 2016/679
- Gesetz Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
- Behörde FAQ zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
- Gesetz Verbraucherstreitbeilegungsgesetz
- Gesetz Bürgerliches Gesetzbuch
- Gesetz Preisangabenverordnung
Mehr dazu
- Website-Betreuung Website-Betreuung: worauf es ankommt
- Online gefunden werden Online gefunden werden
- SEO Suchmaschinenoptimierung für kleine Betriebe
- Markenauftritt Markenauftritt und Corporate Design