Kurz beantwortet
Die Förderung der Digitalisierung läuft heute vor allem über Zuschüsse der Länder, meist bis zur Hälfte der Ausgaben, über den ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW und über geförderte oder kostenlose Beratung. Die Bundesprogramme „go-digital“ und „Digital Jetzt“ sind beendet; der Antrag muss fast immer vor dem Auftrag an den Anbieter gestellt werden.
Welche Förderung gibt es für die Digitalisierung?
Die Förderung der Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen ist auf Bund und Länder verteilt. Der Bund fördert vor allem mit Krediten, Beratung und Weiterbildung, Zuschüsse für Software und Umsetzung kommen inzwischen fast nur noch von den Ländern. Als KMU gilt nach der Empfehlung der EU-Kommission ein Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und höchstens 50 Mio. € Umsatz oder 43 Mio. € Bilanzsumme; viele Landesprogramme beschränken sich auf kleine Unternehmen unter 50 Beschäftigten.
| Förderweg | Was gefördert wird | Wo beantragen |
|---|---|---|
| Zuschuss des Landes | Software, Hardware, IT-Sicherheit, Beratung und Umsetzung; meist 30 bis 50 % der Ausgaben, je nach Programm mit Mindest- und Höchstbetrag | Förderbank oder Landesbehörde, siehe Tabelle unten |
| ERP-Förderkredit Digitalisierung (KfW 511, 512) | Investitionen und laufende Kosten von Digitalisierungsvorhaben, in höheren Stufen mit Zuschuss zum Kredit | Hausbank oder Sparkasse, nicht direkt bei der KfW |
| Geförderte Beratung | Unternehmensberatung (BAFA-Beratungsförderung), INQA-Coaching zu Arbeitsorganisation und Digitalisierung, in einigen Ländern Beratungszuschüsse | BAFA, INQA-Beratungsstellen, Land |
| Kostenlose Beratung | Workshops, Praxisbeispiele, IT-Sicherheits-Checks, KI-Training | Mittelstand-Digital Zentren, Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand, IHK und Handwerkskammer |
| Weiterbildung Beschäftigter | Lehrgangskosten und Zuschuss zum Lohn während längerer Weiterbildungen (§ 82 SGB III) | Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit |
Förderung Digitalisierung nach Bundesland
Die Landesprogramme ändern sich häufig: Einige sind 2024 und 2025 ausgelaufen, andere vergeben ihr Geld nur noch in kurzen Förderaufrufen, per Monatskontingent oder Losverfahren. Vor jeder Planung lohnt der Blick auf die Seite des Trägers.
| Land | Programm und Träger | Zuschuss | Stand |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Digitalisierungsfinanzierung, L-Bank | Darlehen über die Hausbank mit Tilgungszuschuss für KMU | läuft; die Digitalisierungsprämie Plus endete am 30. Juni 2025 |
| Bayern | Digitalbonus Bayern, Bezirksregierungen | bis 50 %; Standard bis 7.500 € je Förderbereich, Plus bis 30.000 € für besonders innovative Maßnahmen | läuft; nur kleine gewerbliche Unternehmen, freie Berufe ausgeschlossen; Monatskontingent ab dem ersten Werktag 10 Uhr |
| Berlin | Digitalprämie Berlin, IBB | – | beendet; Beratung zu anderen Wegen beim IBB Business Team |
| Brandenburg | BIG-Digital (Brandenburgischer Innovationsgutschein), ILB | 50 % für Beratung, Umsetzung und Schulung | läuft bis 30. Juni 2027; vorher Beratung bei der Wirtschaftsförderung Brandenburg |
| Bremen | Digitaler Mittelstand (KI), BAB und BIS Bremerhaven | Zuschuss für Digitalisierungs- und KI-Projekte, auch für Soloselbstständige | Richtlinie lief Ende 2025 aus; Bedingungen 2026 beim Träger erfragen |
| Hamburg | Hamburg Digital Check und Hamburg-Kredit Digital, IFB | 50 % für Beratung bis 7.500 €; Darlehen mit Zuschuss der Stadt | laufen; auch für freie Berufe |
| Hessen | DIGI-Zuschuss, WIBank | bis 50 %, höchstens 10.000 €, einmal je Unternehmen | nur in Förderaufrufen, vorher Registrierung im Kundenportal |
| Mecklenburg-Vorpommern | KI-Förderung MV, TBI | 50 %, höchstens 50.000 € | läuft; gewerbliche KMU bis 100 Beschäftigte |
| Niedersachsen | Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ, NBank | – | Richtlinie seit 31. Dezember 2025 außer Kraft; Nachfolge bei der NBank erfragen |
| Nordrhein-Westfalen | Mittelstand Innovativ & Digital (MID), NRW.BANK | Digitale Sicherheit: 50 %; Digitale Prozesse: fester Betrag je Beratungstag | läuft; Vergabe per monatlicher Verlosung bzw. in befristeten Aufrufen |
| Rheinland-Pfalz | DigiBoost, ISB | – | beendet Ende 2024 |
| Saarland | DigitalInvest KMU | Zuschuss in den Stufen Basis und Plus | Anträge nur in offenen Förderaufrufen |
| Sachsen | Förderrichtlinie Digitalisierung, SAB | Kleinstunternehmen bis 60 %, kleine bis 50 %, mittlere bis 35 % | läuft; mit Tarifbindung 10 Prozentpunkte mehr |
| Sachsen-Anhalt | Sachsen-Anhalt DIGITAL INNOVATION, IB Sachsen-Anhalt | 50 %, höchstens 70.000 € | nur in Aufrufen mit begrenzter Zahl an Anträgen |
| Schleswig-Holstein | Digitalisierungsmaßnahmen in kleinen Unternehmen, WTSH | 40 % für Beratung und Umsetzung | läuft bis 30. Juni 2027; Unternehmen unter 50 Beschäftigten |
| Thüringen | Digitalbonus Thüringen, TAB | – | Antragsstopp, keine Neuauflage geplant; die TAB verweist auf ihre Innovationsförderung |
Bundesweite Programme: Kredit, Beratung, Weiterbildung
- ERP-Förderkredit Digitalisierung (KfW 511, 512): für Freiberufler, Einzelunternehmen und Mittelstand, bis 7,5 Mio. € in Stufe 1 (nur mit KfW-Digitalisierungs-Check) und bis 25 Mio. € in den Stufen 2 und 3. In Stufe 2 und 3 gibt es einen Zuschuss von 3 bzw. 5 % des Kredits, höchstens 200.000 €. Beantragt über die Hausbank; er löste zum 1. Juli 2025 den ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit (380) ab.
- Förderung von Unternehmensberatungen (BAFA): Zuschuss zu den Kosten einer Beratung, auch zur Digitalisierung. Die Richtlinie ist bis Ende 2028 verlängert, ab 2027 mit Anmeldung über ELSTER oder BundID. Die Beratung darf erst beginnen, wenn das Informationsschreiben vorliegt; schon der Vertrag mit dem Berater zählt als Beginn. Einzelheiten unter BAFA-Beratungsförderung.
- INQA-Coaching: bis zu zwölf Beratungstage zu Arbeitsorganisation, Personal und digitalem Wandel, 80 % Zuschuss zum Tagessatz; die neue Richtlinie gilt bis Ende 2029. Voraussetzungen und Ablauf unter INQA-Coaching.
- Weiterbildung (§ 82 SGB III): Die Agentur für Arbeit übernimmt bei längeren Weiterbildungen Lehrgangskosten und zahlt einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt; für Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten ist die Förderung am höchsten.
- Kostenlose Beratung: die Mittelstand-Digital Zentren des Bundeswirtschaftsministeriums (das neue Netz ab 2027 nimmt Cybersicherheit dazu, siehe KI und Digitalisierung im Mittelstand) und die Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand.
Beendet sind die bekannten Bundesprogramme „Digital Jetzt“ (Investitionszuschuss bis Ende 2023) und „go-digital“ (Beratung und Umsetzung durch autorisierte Berater, Anträge bis Ende 2024). Einen Nachfolger mit Zuschüssen für Software gibt es auf Bundesebene nicht.
Förderung für die Digitalisierung beantragen: sechs Schritte
- Vorhaben beschreiben: welcher Ablauf digitalisiert wird, mit welchem Ziel und welchen Kosten. Der Leitfaden Digitalisierung hilft bei der Auswahl.
- Programm finden: in der Förderdatenbank des Bundes nach Land und Förderbereich filtern oder bei IHK, Handwerkskammer und Wirtschaftsförderung nachfragen.
- Angebote einholen: Viele Programme verlangen Angebote von Dienstleistern und fördern nur Ausgaben ab einem Mindestbetrag.
- Antrag vor dem Auftrag: Mit dem Vorhaben erst beginnen, wenn Antrag oder Eingangsbestätigung vorliegen. Ein unterschriebener Vertrag gilt meist schon als Beginn und schließt die Förderung aus.
- De-minimis-Erklärung: Die meisten Zuschüsse sind sogenannte De-minimis-Beihilfen. Ein Unternehmen darf davon in drei Jahren höchstens 300.000 € erhalten und erklärt im Antrag, was es schon bekommen hat (Verordnung (EU) 2023/2831).
- Umsetzen und nachweisen: Rechnungen, Zahlungsbelege und einen kurzen Bericht fristgerecht einreichen; erst dann wird der Zuschuss ausgezahlt.
Beispiel aus dem Betrieb
Ausgedachtes Beispiel, Stand Oktober 2026: Ein Sanitärbetrieb in Regensburg mit acht Beschäftigten will Aufträge, Zeiten und Rechnungen in einer Handwerkersoftware bündeln. Einführung und Schulung kosten laut Angebot 12.000 €. Der Inhaber stellt am ersten Werktag des Monats den Antrag auf den Digitalbonus Bayern und unterschreibt den Auftrag erst nach der Eingangsbestätigung. Bei 50 % Förderung beträgt der Zuschuss 6.000 € und bleibt damit unter dem Höchstbetrag des Standard-Bonus von 7.500 € je Förderbereich. Ein Ingenieurbüro nebenan käme nicht in Frage: Freie Berufe sind beim Digitalbonus ausgeschlossen.
Häufige Fragen
Welche Fördermittel gibt es für Digitalisierung?
Zuschüsse der Länder, meist bis zur Hälfte der Ausgaben, den ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW über die Hausbank, Zuschüsse zu Beratung (BAFA, INQA-Coaching), Förderung von Weiterbildung durch die Agentur für Arbeit sowie kostenlose Beratung bei den Mittelstand-Digital Zentren und den Kammern.
Gibt es go-digital und Digital Jetzt noch?
Nein. „Digital Jetzt“ endete 2023, bei „go-digital“ waren Anträge bis Ende 2024 möglich. Zuschüsse für Software und Umsetzung gibt es seitdem fast nur noch von den Ländern.
Kann ich die Förderung nach dem Auftrag noch beantragen?
In der Regel nicht. Fast alle Programme verlangen den Antrag vor Beginn des Vorhabens, und schon ein unterschriebener Vertrag mit dem Anbieter gilt als Beginn. Ausnahmen nennt das Merkblatt des Programms.
Welche Zuschüsse gibt es für Kleinunternehmer?
Dieselben wie für andere kleine Betriebe; die Kleinunternehmerregelung bei der Umsatzsteuer schließt keine Förderung aus. Wer keine Vorsteuer abziehen kann, bekommt den Zuschuss bei manchen Programmen auf den Bruttobetrag, etwa beim INQA-Coaching und bei der BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen für Anträge ab 2027. Einige Landesprogramme schließen freie Berufe aus.
Wird Software gefördert?
Ja, von den meisten Landesprogrammen, oft zusammen mit Einrichtung, Schulung und Beratung. Laufende Lizenzgebühren werden meist nur für die ersten Monate oder gar nicht gefördert. Der ERP-Förderkredit Digitalisierung finanziert Software und laufende Kosten.
Wo finde ich alle Förderprogramme für Digitalisierung?
Die Zuschussprogramme aller 16 Bundesländer mit Stand, auch die beendeten, stehen hier in der Tabelle Förderung Digitalisierung nach Bundesland, die bundesweiten Programme darunter. Kleinere regionale Programme von Kommunen und Wirtschaftsförderungen findet die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums, filterbar nach Bundesland und Förderbereich „Digitalisierung“.
Quellen
- Behörde ERP-Förderkredit Digitalisierung (511, 512)
- Behörde Förderung von Unternehmensberatungen für KMU
- Behörde Richtlinie INQA-Coaching
- Behörde Digitalbonus Bayern
- Behörde Digitalbonus Thüringen
- Gesetz Förderrichtlinie Digitalisierung Zuschuss EFRE 2021 bis 2027
- Gesetz Mittelstand Innovativ & Digital (MID) – Digitale Prozesse
- Behörde Förderdatenbank des Bundes
- Behörde Förderaufruf für ein neues bundesweites Netzwerk der Mittelstand-Digital Zentren
- Gesetz Sozialgesetzbuch Drittes Buch, § 82 Förderung beruflicher Weiterbildung
- Gesetz Verordnung (EU) 2023/2831 über De-minimis-Beihilfen
Diese Seite zitieren
Standard
arbeitdigital: Förderung Digitalisierung. Stand: 30.10.2026. https://arbeitdigital.de/fuehren/finanzen/foerderung-digitalisierung/ (abgerufen am 03.11.2026).
APA 7
arbeitdigital. (2026, 30. Oktober). Förderung Digitalisierung. Abgerufen am 3. November 2026, von https://arbeitdigital.de/fuehren/finanzen/foerderung-digitalisierung/
Harvard
arbeitdigital (2026) Förderung Digitalisierung. Verfügbar unter: https://arbeitdigital.de/fuehren/finanzen/foerderung-digitalisierung/ (Zugriff: 3. November 2026).
Wikipedia
{{Internetquelle |url=https://arbeitdigital.de/fuehren/finanzen/foerderung-digitalisierung/ |titel=Förderung Digitalisierung |werk=arbeitdigital |datum=2026-10-30 |abruf=2026-11-03}}BibTeX
@online{arbeitdigital_foerderung_digitalisierung,
author = {{arbeitdigital}},
title = {Förderung Digitalisierung},
organization = {arbeitdigital},
date = {2026-10-30},
year = {2026},
url = {https://arbeitdigital.de/fuehren/finanzen/foerderung-digitalisierung/},
urldate = {2026-11-03},
langid = {ngerman}
}Für Zotero und Citavi: BibTeX kopieren und als Text importieren.
Mehr dazu
- Digitalisierung: Leitfaden Digitalisierung in acht Schritten planen
- KI und Digitalisierung im Mittelstand KI im Betrieb und kostenfreie Unterstützung
- BAFA-Beratungsförderung Zuschuss zur Unternehmensberatung
- INQA-Coaching Geförderte Beratung zu Personal und Arbeitsorganisation
- Finanzen und Steuern Alles zu Geld und Steuern im Betrieb