Förderung Digitalisierung

Software, IT-Sicherheit, Beratung oder Schulung: Für die Digitalisierung kleiner Betriebe gibt es Zuschüsse, Kredite und kostenlose Hilfe. Welche Programme gerade laufen, welche beendet sind und worauf es beim Antrag ankommt.

Kurz beantwortet

Die Förderung der Digitalisierung läuft heute vor allem über Zuschüsse der Länder, meist bis zur Hälfte der Ausgaben, über den ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW und über geförderte oder kostenlose Beratung. Die Bundesprogramme „go-digital“ und „Digital Jetzt“ sind beendet; der Antrag muss fast immer vor dem Auftrag an den Anbieter gestellt werden.

Welche Förderung gibt es für die Digitalisierung?

Die Förderung der Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen ist auf Bund und Länder verteilt. Der Bund fördert vor allem mit Krediten, Beratung und Weiterbildung, Zuschüsse für Software und Umsetzung kommen inzwischen fast nur noch von den Ländern. Als KMU gilt nach der Empfehlung der EU-Kommission ein Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und höchstens 50 Mio. € Umsatz oder 43 Mio. € Bilanzsumme; viele Landesprogramme beschränken sich auf kleine Unternehmen unter 50 Beschäftigten.

Förderwege für Digitalisierung im kleinen Betrieb, Stand Oktober 2026.
FörderwegWas gefördert wirdWo beantragen
Zuschuss des LandesSoftware, Hardware, IT-Sicherheit, Beratung und Umsetzung; meist 30 bis 50 % der Ausgaben, je nach Programm mit Mindest- und HöchstbetragFörderbank oder Landesbehörde, siehe Tabelle unten
ERP-Förderkredit Digitalisierung (KfW 511, 512)Investitionen und laufende Kosten von Digitalisierungsvorhaben, in höheren Stufen mit Zuschuss zum KreditHausbank oder Sparkasse, nicht direkt bei der KfW
Geförderte BeratungUnternehmensberatung (BAFA-Beratungsförderung), INQA-Coaching zu Arbeitsorganisation und Digitalisierung, in einigen Ländern BeratungszuschüsseBAFA, INQA-Beratungsstellen, Land
Kostenlose BeratungWorkshops, Praxisbeispiele, IT-Sicherheits-Checks, KI-TrainingMittelstand-Digital Zentren, Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand, IHK und Handwerkskammer
Weiterbildung BeschäftigterLehrgangskosten und Zuschuss zum Lohn während längerer Weiterbildungen (§ 82 SGB III)Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit

Förderung Digitalisierung nach Bundesland

Die Landesprogramme ändern sich häufig: Einige sind 2024 und 2025 ausgelaufen, andere vergeben ihr Geld nur noch in kurzen Förderaufrufen, per Monatskontingent oder Losverfahren. Vor jeder Planung lohnt der Blick auf die Seite des Trägers.

Stand: 27. Oktober 2026, nach den Seiten der Träger und der Förderdatenbank des Bundes. Maßgeblich sind Richtlinie und Merkblatt des Programms.
LandProgramm und TrägerZuschussStand
Baden-WürttembergDigitalisierungsfinanzierung, L-BankDarlehen über die Hausbank mit Tilgungszuschuss für KMUläuft; die Digitalisierungsprämie Plus endete am 30. Juni 2025
BayernDigitalbonus Bayern, Bezirksregierungenbis 50 %; Standard bis 7.500 € je Förderbereich, Plus bis 30.000 € für besonders innovative Maßnahmenläuft; nur kleine gewerbliche Unternehmen, freie Berufe ausgeschlossen; Monatskontingent ab dem ersten Werktag 10 Uhr
BerlinDigitalprämie Berlin, IBB–beendet; Beratung zu anderen Wegen beim IBB Business Team
BrandenburgBIG-Digital (Brandenburgischer Innovationsgutschein), ILB50 % für Beratung, Umsetzung und Schulungläuft bis 30. Juni 2027; vorher Beratung bei der Wirtschaftsförderung Brandenburg
BremenDigitaler Mittelstand (KI), BAB und BIS BremerhavenZuschuss für Digitalisierungs- und KI-Projekte, auch für SoloselbstständigeRichtlinie lief Ende 2025 aus; Bedingungen 2026 beim Träger erfragen
HamburgHamburg Digital Check und Hamburg-Kredit Digital, IFB50 % für Beratung bis 7.500 €; Darlehen mit Zuschuss der Stadtlaufen; auch für freie Berufe
HessenDIGI-Zuschuss, WIBankbis 50 %, höchstens 10.000 €, einmal je Unternehmennur in Förderaufrufen, vorher Registrierung im Kundenportal
Mecklenburg-VorpommernKI-Förderung MV, TBI50 %, höchstens 50.000 €läuft; gewerbliche KMU bis 100 Beschäftigte
NiedersachsenDigitalbonus.Niedersachsen-innovativ, NBank–Richtlinie seit 31. Dezember 2025 außer Kraft; Nachfolge bei der NBank erfragen
Nordrhein-WestfalenMittelstand Innovativ & Digital (MID), NRW.BANKDigitale Sicherheit: 50 %; Digitale Prozesse: fester Betrag je Beratungstagläuft; Vergabe per monatlicher Verlosung bzw. in befristeten Aufrufen
Rheinland-PfalzDigiBoost, ISB–beendet Ende 2024
SaarlandDigitalInvest KMUZuschuss in den Stufen Basis und PlusAnträge nur in offenen Förderaufrufen
SachsenFörderrichtlinie Digitalisierung, SABKleinstunternehmen bis 60 %, kleine bis 50 %, mittlere bis 35 %läuft; mit Tarifbindung 10 Prozentpunkte mehr
Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt DIGITAL INNOVATION, IB Sachsen-Anhalt50 %, höchstens 70.000 €nur in Aufrufen mit begrenzter Zahl an Anträgen
Schleswig-HolsteinDigitalisierungsmaßnahmen in kleinen Unternehmen, WTSH40 % für Beratung und Umsetzungläuft bis 30. Juni 2027; Unternehmen unter 50 Beschäftigten
ThüringenDigitalbonus Thüringen, TAB–Antragsstopp, keine Neuauflage geplant; die TAB verweist auf ihre Innovationsförderung

Bundesweite Programme: Kredit, Beratung, Weiterbildung

  • ERP-Förderkredit Digitalisierung (KfW 511, 512): für Freiberufler, Einzelunternehmen und Mittelstand, bis 7,5 Mio. € in Stufe 1 (nur mit KfW-Digitalisierungs-Check) und bis 25 Mio. € in den Stufen 2 und 3. In Stufe 2 und 3 gibt es einen Zuschuss von 3 bzw. 5 % des Kredits, höchstens 200.000 €. Beantragt über die Hausbank; er löste zum 1. Juli 2025 den ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit (380) ab.
  • Förderung von Unternehmensberatungen (BAFA): Zuschuss zu den Kosten einer Beratung, auch zur Digitalisierung. Die Richtlinie ist bis Ende 2028 verlängert, ab 2027 mit Anmeldung über ELSTER oder BundID. Die Beratung darf erst beginnen, wenn das Informationsschreiben vorliegt; schon der Vertrag mit dem Berater zählt als Beginn. Einzelheiten unter BAFA-Beratungsförderung.
  • INQA-Coaching: bis zu zwölf Beratungstage zu Arbeitsorganisation, Personal und digitalem Wandel, 80 % Zuschuss zum Tagessatz; die neue Richtlinie gilt bis Ende 2029. Voraussetzungen und Ablauf unter INQA-Coaching.
  • Weiterbildung (§ 82 SGB III): Die Agentur für Arbeit übernimmt bei längeren Weiterbildungen Lehrgangskosten und zahlt einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt; für Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten ist die Förderung am höchsten.
  • Kostenlose Beratung: die Mittelstand-Digital Zentren des Bundeswirtschaftsministeriums (das neue Netz ab 2027 nimmt Cybersicherheit dazu, siehe KI und Digitalisierung im Mittelstand) und die Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand.

Beendet sind die bekannten Bundesprogramme „Digital Jetzt“ (Investitionszuschuss bis Ende 2023) und „go-digital“ (Beratung und Umsetzung durch autorisierte Berater, Anträge bis Ende 2024). Einen Nachfolger mit Zuschüssen für Software gibt es auf Bundesebene nicht.

Förderung für die Digitalisierung beantragen: sechs Schritte

  1. Vorhaben beschreiben: welcher Ablauf digitalisiert wird, mit welchem Ziel und welchen Kosten. Der Leitfaden Digitalisierung hilft bei der Auswahl.
  2. Programm finden: in der Förderdatenbank des Bundes nach Land und Förderbereich filtern oder bei IHK, Handwerkskammer und Wirtschaftsförderung nachfragen.
  3. Angebote einholen: Viele Programme verlangen Angebote von Dienstleistern und fördern nur Ausgaben ab einem Mindestbetrag.
  4. Antrag vor dem Auftrag: Mit dem Vorhaben erst beginnen, wenn Antrag oder Eingangsbestätigung vorliegen. Ein unterschriebener Vertrag gilt meist schon als Beginn und schließt die Förderung aus.
  5. De-minimis-Erklärung: Die meisten Zuschüsse sind sogenannte De-minimis-Beihilfen. Ein Unternehmen darf davon in drei Jahren höchstens 300.000 € erhalten und erklärt im Antrag, was es schon bekommen hat (Verordnung (EU) 2023/2831).
  6. Umsetzen und nachweisen: Rechnungen, Zahlungsbelege und einen kurzen Bericht fristgerecht einreichen; erst dann wird der Zuschuss ausgezahlt.

Beispiel aus dem Betrieb

Ausgedachtes Beispiel, Stand Oktober 2026: Ein Sanitärbetrieb in Regensburg mit acht Beschäftigten will Aufträge, Zeiten und Rechnungen in einer Handwerkersoftware bündeln. Einführung und Schulung kosten laut Angebot 12.000 €. Der Inhaber stellt am ersten Werktag des Monats den Antrag auf den Digitalbonus Bayern und unterschreibt den Auftrag erst nach der Eingangsbestätigung. Bei 50 % Förderung beträgt der Zuschuss 6.000 € und bleibt damit unter dem Höchstbetrag des Standard-Bonus von 7.500 € je Förderbereich. Ein Ingenieurbüro nebenan käme nicht in Frage: Freie Berufe sind beim Digitalbonus ausgeschlossen.

Häufige Fragen

Welche Fördermittel gibt es für Digitalisierung?

Zuschüsse der Länder, meist bis zur Hälfte der Ausgaben, den ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW über die Hausbank, Zuschüsse zu Beratung (BAFA, INQA-Coaching), Förderung von Weiterbildung durch die Agentur für Arbeit sowie kostenlose Beratung bei den Mittelstand-Digital Zentren und den Kammern.

Gibt es go-digital und Digital Jetzt noch?

Nein. „Digital Jetzt“ endete 2023, bei „go-digital“ waren Anträge bis Ende 2024 möglich. Zuschüsse für Software und Umsetzung gibt es seitdem fast nur noch von den Ländern.

Kann ich die Förderung nach dem Auftrag noch beantragen?

In der Regel nicht. Fast alle Programme verlangen den Antrag vor Beginn des Vorhabens, und schon ein unterschriebener Vertrag mit dem Anbieter gilt als Beginn. Ausnahmen nennt das Merkblatt des Programms.

Welche Zuschüsse gibt es für Kleinunternehmer?

Dieselben wie für andere kleine Betriebe; die Kleinunternehmerregelung bei der Umsatzsteuer schließt keine Förderung aus. Wer keine Vorsteuer abziehen kann, bekommt den Zuschuss bei manchen Programmen auf den Bruttobetrag, etwa beim INQA-Coaching und bei der BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen für Anträge ab 2027. Einige Landesprogramme schließen freie Berufe aus.

Wird Software gefördert?

Ja, von den meisten Landesprogrammen, oft zusammen mit Einrichtung, Schulung und Beratung. Laufende Lizenzgebühren werden meist nur für die ersten Monate oder gar nicht gefördert. Der ERP-Förderkredit Digitalisierung finanziert Software und laufende Kosten.

Wo finde ich alle Förderprogramme für Digitalisierung?

Die Zuschussprogramme aller 16 Bundesländer mit Stand, auch die beendeten, stehen hier in der Tabelle Förderung Digitalisierung nach Bundesland, die bundesweiten Programme darunter. Kleinere regionale Programme von Kommunen und Wirtschaftsförderungen findet die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums, filterbar nach Bundesland und Förderbereich „Digitalisierung“.

Quellen

  1. Behörde ERP-Förderkredit Digitalisierung (511, 512)KfW · abgerufen 27.10.2026
  2. Behörde Förderung von Unternehmensberatungen für KMUZweite Änderung der Richtlinie, BAnz AT 28.10.2026 B3: Verlängerung bis 31.12.2028, Nr. 5.2 Brutto ohne Vorsteuerabzug · Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle · abgerufen 30.10.2026
  3. Behörde Richtlinie INQA-CoachingBAnz AT 22.06.2026 B2 · Bundesministerium für Arbeit und Soziales · Stand 12.6.2026
  4. Behörde Digitalbonus BayernStand der Seite 02.09.2026 · Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie · abgerufen 27.10.2026
  5. Behörde Digitalbonus ThüringenThüringer Aufbaubank · abgerufen 27.10.2026
  6. Gesetz Förderrichtlinie Digitalisierung Zuschuss EFRE 2021 bis 2027Freistaat Sachsen · abgerufen 27.10.2026
  7. Gesetz Mittelstand Innovativ & Digital (MID) – Digitale ProzesseRichtlinie vom 01.09.2026 · Land Nordrhein-Westfalen · abgerufen 27.10.2026
  8. Behörde Förderdatenbank des BundesProgramme BIG-Digital (Brandenburg), LPW Digitalisierungsmaßnahmen KU (Schleswig-Holstein) · Bundesministerium für Wirtschaft und Energie · abgerufen 27.10.2026
  9. Behörde Förderaufruf für ein neues bundesweites Netzwerk der Mittelstand-Digital ZentrenPressemitteilung vom 23.12.2025 · Bundesministerium für Wirtschaft und Energie · abgerufen 27.10.2026
  10. Gesetz Sozialgesetzbuch Drittes Buch, § 82 Förderung beruflicher Weiterbildung§ 82 SGB III · Bundesministerium der Justiz · abgerufen 27.10.2026
  11. Gesetz Verordnung (EU) 2023/2831 über De-minimis-BeihilfenArt. 3 Abs. 2 · Europäische Union · abgerufen 27.10.2026
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arbeitdigital: Förderung Digitalisierung. Stand: 30.10.2026. https://arbeitdigital.de/fuehren/finanzen/foerderung-digitalisierung/ (abgerufen am 03.11.2026).

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arbeitdigital. (2026, 30. Oktober). Förderung Digitalisierung. Abgerufen am 3. November 2026, von https://arbeitdigital.de/fuehren/finanzen/foerderung-digitalisierung/

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