Kurz beantwortet
Ein Kontenplan ist die betriebseigene Liste aller Buchführungskonten. Er wird meist aus einem Standard-Kontenrahmen abgeleitet, in Deutschland in der Regel SKR 03 oder SKR 04, und um eigene Konten ergänzt.
Was ist ein Kontenplan?
Ein Kontenplan ist eine strukturierte Liste aller Buchführungskonten, die ein Unternehmen für seine Geschäftsvorfälle verwendet. Er unterscheidet zwei Hauptgruppen: Bestandskonten bilden Vermögen und Schulden ab und fließen in die Bilanz, Erfolgskonten erfassen Aufwendungen und Erträge und ergeben die Gewinn- und Verlustrechnung. Der Kontenrahmen ist die allgemeine Vorlage, der Kontenplan die auf den eigenen Betrieb zugeschnittene Fassung.
Bestandskonten heißen auch Bilanzkonten: Aktivkonten zeigen, was der Betrieb besitzt, etwa Maschinen, Bank und Forderungen; Passivkonten zeigen, woher das Geld stammt, also Eigenkapital und Schulden. Für jeden Kunden und jeden Lieferanten führt die Buchhaltung zusätzlich ein Personenkonto. Im DATEV-Kontenrahmen haben Kundenkonten (Debitoren) die Nummern 10000 bis 69999 und Lieferantenkonten (Kreditoren) 70000 bis 99999. Alle Buchungen eines einzelnen Kontos zusammen ergeben das Kontenblatt; es zeigt Soll, Haben und den Saldo und ist der erste Blick, wenn eine Zahl in der Auswertung nicht stimmt.
Beispiel: eine Rechnung im Kontenplan
Ein Malerbetrieb mit SKR 03 schreibt eine Rechnung über 1.000 € netto plus 190 € Umsatzsteuer (ausgedachtes Beispiel, Stand 2026). Gebucht werden 1.190 € im Soll auf dem Debitorenkonto des Kunden und im Haben auf 8400 Erlöse 19 % USt. Weil 8400 ein Automatikkonto ist, teilt das Programm den Betrag selbst: 1.000 € Erlös und 190 € auf 1776 Umsatzsteuer 19 %. Zahlt der Kunde, wandert der Betrag vom Debitorenkonto auf 1200 Bank. Im SKR 04 läuft derselbe Vorgang über 4400 Erlöse, 3806 Umsatzsteuer und 1800 Bank.
SKR 03 oder SKR 04?
Die verbreiteten Standard-Kontenrahmen stammen von DATEV. Beide bestehen aus zehn Kontenklassen von 0 bis 9; die Klasse steht an erster Stelle der Kontonummer. Sie unterscheiden sich im Aufbau:
| SKR 03 | SKR 04 | |
|---|---|---|
| Prinzip | Prozessgliederung: Reihenfolge folgt dem betrieblichen Ablauf | Abschlussgliederung: Reihenfolge folgt Bilanz und GuV |
| Passt, wenn | der Blick auf Abläufe wie Einkauf, Kosten und Erlöse im Vordergrund steht | sich die Zahlen direkt an Bilanz und GuV ablesen lassen sollen |
| Freiberufler | anpassbar, ein eigener Standard für Freiberufler existiert nicht | ebenso anpassbar |
Entscheidend ist in der Praxis, was die Steuerberatung verwendet und die Buchhaltungssoftware anbietet. Ein späterer Wechsel ist möglich, aber aufwändig, weil Vorjahresvergleiche umgerechnet werden müssen.
Kontenklassen im SKR 03 und SKR 04
Die erste Ziffer der vierstelligen Kontonummer ist die Kontenklasse. Sie verrät, wohin ein Konto gehört. Am Beispiel der Kasse: 1000 im SKR 03 liegt in der Klasse Finanz- und Privatkonten, 1600 im SKR 04 in der Klasse Umlaufvermögen.
| Klasse | SKR 03 (Prozessgliederung) | SKR 04 (Abschlussgliederung) |
|---|---|---|
| 0 | Anlage- und Kapitalkonten | Anlagevermögen |
| 1 | Finanz- und Privatkonten | Umlaufvermögen |
| 2 | Abgrenzungskonten | Eigenkapital und Fremdkapital |
| 3 | Wareneingangs- und Bestandskonten | Fremdkapital |
| 4 | Betriebliche Aufwendungen | Betriebliche Erträge |
| 5 | Sonstige betriebliche Aufwendungen (frei für eigene Konten) | Betriebliche Aufwendungen (Material, Waren) |
| 6 | Sonstige betriebliche Aufwendungen (frei für eigene Konten) | Betriebliche Aufwendungen (Personal, Raum, Verwaltung) |
| 7 | Bestände an Erzeugnissen | Weitere Erträge und Aufwendungen |
| 8 | Erlöskonten | frei für künftige Anforderungen |
| 9 | Vortrags-, Kapital-, Korrektur- und statistische Konten | Vortrags-, Kapital-, Korrektur- und statistische Konten |
Wichtige Konten im kleinen Betrieb
| Bereich | Konten | Hinweis |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | Maschinen, Fahrzeuge, IT-Ausstattung | Abschreibungen gehören auf eigene Aufwandskonten |
| Umlaufvermögen | Kasse, Bank, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | offene Kundenrechnungen laufen über Debitorenkonten |
| Fremdkapital | Darlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | offene Lieferantenrechnungen über Kreditorenkonten |
| Eigenkapital | Privatentnahmen und Privateinlagen | bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften; bei GmbH und UG Verrechnungskonten der Gesellschafter |
| Erträge | Erlöse mit 19 % und 7 % Umsatzsteuer, steuerfreie Erlöse | Steuersätze nach § 12 UStG; Kleinunternehmer buchen auf eigene Erlöskonten |
| Aufwendungen | Wareneinkauf, Miete, Bürobedarf, Versicherungen, Telefon, Porto | je genauer, desto aussagekräftiger die Auswertung |
Kontonummern im Überblick
| Konto | SKR 03 | SKR 04 |
|---|---|---|
| Kasse | 1000 | 1600 |
| Bank | 1200 | 1800 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1400 | 1200 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1600 | 3300 |
| Privatentnahmen allgemein | 1800 | 2100 |
| Privateinlagen | 1890 | 2180 |
| Abziehbare Vorsteuer 19 % | 1576 | 1406 |
| Umsatzsteuer 19 % | 1776 | 3806 |
| Erlöse 19 % USt | 8400 | 4400 |
| Wareneingang 19 % Vorsteuer | 3400 | 5400 |
| Pkw | 0320 | 0520 |
| Büroeinrichtung | 0420 | 0650 |
| Löhne / Gehälter | 4110 / 4120 | 6000 / 6020 |
| Miete (unbewegliche Wirtschaftsgüter) | 4210 | 6310 |
| Versicherungen | 4360 | 6400 |
| Porto | 4910 | 6800 |
| Telefon | 4920 | 6805 |
| Bürobedarf | 4930 | 6815 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | 4830 | 6220 |
Kontenplan für das Arbeitszimmer
Für das häusliche Arbeitszimmer gibt es eigene Konten: im SKR 03 4288 für den abziehbaren und 4289 für den nicht abziehbaren Anteil, im SKR 04 6348 und 6349. Voll abziehbar sind die Kosten nur, wenn das Zimmer der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen Tätigkeit ist; sonst bleibt die Jahrespauschale von 1.260 € oder die Tagespauschale (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b und 6c EStG). Mehr dazu unter Homeoffice.
Kontenrahmen für einzelne Branchen
Neben SKR 03 und SKR 04 bietet DATEV Kontenrahmen für einzelne Branchen an, etwa für Arztpraxen, Apotheken oder Bau und Handwerk, jeweils auf Basis von SKR 03 oder SKR 04. Sie bringen fertige Konten für typische Vorgänge der Branche mit. Ob sich das lohnt, entscheidet meist die Steuerberatung.
Kontenplan anpassen und Fehler vermeiden
- Nur die Konten anlegen, die wirklich gebraucht werden, und neue Konten nach festen Regeln ergänzen.
- Gleiche Vorgänge immer auf dasselbe Konto buchen, sonst werden Vergleiche über die Monate wertlos.
- Private und betriebliche Zahlungen sauber trennen, siehe Geschäftskonto.
- Die Kontenlogik mit allen abstimmen, die buchen, und einmal im Jahr mit der Steuerberatung prüfen.
- Belege 8 Jahre aufbewahren, Bücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre (§ 147 Abs. 3 AO).
Buchhaltungsprogramme bringen vordefinierte Kontenpläne nach SKR 03 oder SKR 04 mit, schlagen Konten automatisch vor und lassen eigene Konten zu. Wie die Belege dazu digital ankommen, steht unter EÜR digital organisieren.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Kontenrahmen und Kontenplan?
Der Kontenrahmen ist eine allgemeine Vorlage wie SKR 03 oder SKR 04. Der Kontenplan ist die daraus abgeleitete Liste der Konten, die ein bestimmter Betrieb tatsächlich verwendet.
Was sind Kontenklassen?
Kontenklassen sind die zehn Gruppen 0 bis 9, in die ein Kontenrahmen alle Konten einteilt. Die Klasse steht an erster Stelle der Kontonummer. Im SKR 04 ist Klasse 1 zum Beispiel das Umlaufvermögen, im SKR 03 die Finanz- und Privatkonten.
Welche Kontonummer hat die Kasse im SKR 03 und SKR 04?
Im SKR 03 ist die Kasse das Konto 1000, im SKR 04 das Konto 1600. Die Bank hat 1200 im SKR 03 und 1800 im SKR 04.
Was ist ein Kontenblatt?
Ein Kontenblatt listet alle Buchungen eines einzelnen Kontos mit Datum, Beleg, Soll, Haben und Saldo. Es dient zur Kontrolle, wenn ein Betrag in der Auswertung auffällt.
Welcher Kontenrahmen ist für Freiberufler richtig?
Einen eigenen Standard für Freiberufler gibt es nicht. SKR 03 und SKR 04 lassen sich beide anpassen; ausschlaggebend ist meist, was die Steuerberatung und die Software verwenden.
Muss ich einen bestimmten Kontenrahmen verwenden?
Nein, gesetzlich vorgeschrieben ist keiner. Die Buchführung muss aber nachvollziehbar und geordnet sein (§ 146 Abs. 1 AO); Standard-Kontenrahmen erleichtern das.
Quellen
- Fachliteratur SKR – Standard-Kontenrahmen
- Fachliteratur DATEV-Standardkontenrahmen 2026
- Gesetz Umsatzsteuergesetz, § 12
- Gesetz Einkommensteuergesetz, § 4
- Gesetz Abgabenordnung
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arbeitdigital: Kontenplan. Stand: 28.10.2026. https://arbeitdigital.de/fuehren/finanzen/kontenplan/ (abgerufen am 06.11.2026).
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arbeitdigital. (2026, 28. Oktober). Kontenplan. Abgerufen am 6. November 2026, von https://arbeitdigital.de/fuehren/finanzen/kontenplan/
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arbeitdigital (2026) Kontenplan. Verfügbar unter: https://arbeitdigital.de/fuehren/finanzen/kontenplan/ (Zugriff: 6. November 2026).
Wikipedia
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