Brainstorming

Definition

Brainstorming ist eine Kreativitätstechnik, bei der in kurzer Zeit möglichst viele Ideen zu einer Frage gesammelt werden und die Bewertung bewusst auf später verschoben wird.

Brainstorming ist eine einfache Methode, um Ideen zu finden. Sie lässt sich ohne Aufwand und Kosten jederzeit anwenden, etwa um eine Geschäftsidee zu finden und zu entwickeln. Neben dem Brainstorming gibt es viele weitere Kreativitätstechniken.

Was ist Brainstorming?

Brainstorming zielt darauf, in kürzester Zeit so viele Ideen wie möglich zu sammeln. Die Methode ist im Betrieb wie im Privaten verbreitet, um Lösungsansätze für ein Problem zu finden. Sie hilft auch, sich einen Überblick über den Ist-Zustand zu verschaffen oder Aufgaben zu sammeln, die später in eine Reihenfolge gebracht werden.

Wörtlich bedeutet Brainstorming etwa „Gehirnsturm“. Im Deutschen sagt man auch Ideensammlung oder Ideenkonferenz. Entwickelt hat die Methode der US-Werbefachmann Alex F. Osborn, der sie ab 1939 in seiner Agentur nutzte und 1953 in seinem Buch „Applied Imagination“ beschrieb. Später hat Charles Hutchison Clark sie weiterentwickelt.

Die Regeln des Brainstormings

  1. Keine Kritik während der Sammlung, auch kein Kopfschütteln oder Augenrollen.
  2. Menge vor Güte: so viele Ideen wie möglich, sortiert wird später.
  3. Freies Denken: Ungewöhnliche und scheinbar unmögliche Ideen sind ausdrücklich erwünscht.
  4. Aufgreifen und weiterdenken: Ideen anderer dürfen kombiniert und verbessert werden.
  5. Alles sichtbar festhalten, für alle lesbar, am besten von einer Person, die nicht mitdenkt.

Brainstorming durchführen: so geht es

  1. Frage genau formulieren: „Wie gewinnen wir im Winter mehr Innenaufträge?“ statt „Marketing“.
  2. Gruppe wählen: fünf bis zehn Personen, gern gemischt. Sitzen Vorgesetzte mit am Tisch, halten sich andere oft zurück.
  3. Rahmen setzen: 10 bis 30 Minuten, eine Moderation, Flipchart oder Karten, eine Person schreibt mit.
  4. Sammeln: Die Moderation gibt mit Fragen Anstoß, jede Idee wird notiert. Kurz vor Schluss alles noch einmal vorlesen, das bringt oft neue Einfälle.
  5. Auswerten: erst danach Unklares klären, sortieren und bewerten, etwa in sofort umsetzbar, mittelfristig umsetzbar und unbrauchbar.

Allein genügen meist zehn Minuten. Hilfreich ist eine ruhige, anregende Umgebung; ein Spaziergang kann die Ideenfindung fördern, wie Versuche gezeigt haben.

Beispiel: Malerbetrieb sucht Winteraufträge

Ein Malerbetrieb mit sechs Beschäftigten sammelt 20 Minuten lang Ideen zur Frage, wie er im Winter mehr Innenaufträge gewinnt. Erst danach wird sortiert:

IdeeBewertungNächster Schritt
Wohnungsübergaben für Hausverwaltungensofortdrei Hausverwaltungen anschreiben
Gutscheine zu WeihnachtensofortGutschein im Laden und auf der Website anbieten
Farbberatung im Ladenmittelfristigim Januar an zwei Samstagen testen
Arbeiten in Praxen während der BetriebsferienmittelfristigPraxen im Umkreis auflisten
Malkurs für Kinderunbrauchbarpasst nicht zum Betrieb

Brainstorming-Methoden im Überblick

MethodeSo läuft esGeeignet für
Klassisches BrainstormingDie Gruppe ruft Ideen zu, eine Person schreibt mit.schnelle Ideensammlung im Team
BrainwritingAlle schreiben still auf Karten, danach werden die Karten gesammelt.Gruppen mit Vielrednern oder Hierarchie
6-3-5-Methode6 Personen schreiben je 3 Ideen in 5 Minuten und geben ihr Blatt weiter; nach 6 Runden stehen bis zu 108 Ideen auf dem Papier.Ideen anderer gezielt weiterentwickeln
Kopfstand (Umkehrmethode)Die Frage wird umgedreht („Wie vergraulen wir Kunden sicher?“), danach werden die Antworten ins Gegenteil gekehrt.festgefahrene Themen
MindmapIdeen werden als Äste um einen zentralen Begriff geordnet.Ordnen während oder nach dem Sammeln
Walt-Disney-MethodeIdeen werden nacheinander als Träumer, Realist und Kritiker geprüft.aus Ideen einen Plan machen

Der Unterschied zur Mindmap: Beim Brainstorming wird zuerst ungeordnet gesammelt, die Mindmap ordnet Gedanken von Anfang an in Äste. Viele Teams verbinden beides und übertragen die gesammelten Ideen danach in eine Mindmap. Weitere Verfahren stehen unter Kreativitätstechniken.

Vorteile und Nachteile

  • überall ohne Ausstattung durchführbar
  • fördert Kreativität
  • kann zu echten Neuerungen führen, weil Ideen nicht gleich hinterfragt werden
  • einfach und darum ein guter Einstieg, wenn Unsicherheit herrscht
  • nicht zwingend zielführend, ein Ergebnis ist nicht garantiert
  • die ungeordnete Sammlung muss aufwendig nachbearbeitet werden
  • wer zuerst oder am lautesten redet, prägt die Runde; Mimik und Gestik wirken wie Kritik
  • Gruppen finden oft weniger Ideen als gleich viele Einzelne. Diehl und Stroebe führten das 1987 vor allem darauf zurück, dass immer nur eine Person reden kann und andere ihre Einfälle derweil vergessen oder zurückhalten.

Typische Fehler

  • Die Chefin sagt zuerst, was sie denkt: Danach kreisen die Ideen um ihren Vorschlag.
  • Zu breite Frage: „Was können wir besser machen?“ bringt Allgemeinplätze.
  • Zu früh bewerten: Schon ein „Haben wir mal probiert“ bremst die Runde.
  • Keine Auswertung: Die Liste verschwindet in der Schublade, niemand ist für den nächsten Schritt zuständig.

Brainstorming digital

Wer lieber am Rechner arbeitet, kann Brainstorming-Werkzeuge nutzen, viele davon kostenlos im Browser, andere als Programm für Windows, Mac oder Linux oder als App. Auf Smartphone oder Tablet lassen sich auch später spontan Ideen ergänzen. Das widerspricht zwar der klassischen Regel, ist aber oft wirksam, weil die Sammlung länger zugänglich bleibt. Häufig werden die Ideen als Mindmap oder Concept-Map dargestellt.

Was heißt das für meinen Betrieb?

Brainstorming kostet nichts außer 20 Minuten und passt deshalb gut in eine Teambesprechung. In kleinen Teams, in denen die Inhaberin mitmacht, hilft Brainwriting: Erst schreibt jeder für sich, dann wird gesammelt. Wichtig ist, dass am Ende jede ausgewählte Idee einen Namen und einen Termin bekommt. Wer eine Geschäftsidee finden will, beginnt allein mit Zettel und Stift und prüft die besten Einfälle danach mit Familie, Freunden oder künftigen Partnern.

Häufige Fragen

Was heißt Brainstorming auf Deutsch?

Wörtlich etwa „Gehirnsturm“. Gebräuchliche deutsche Bezeichnungen sind Ideensammlung und Ideenkonferenz; meist bleibt es aber beim englischen Wort.

Was ist der Unterschied zwischen Brainstorming und Mindmap?

Brainstorming sammelt Ideen ungeordnet und bewertet erst danach. Eine Mindmap ordnet Gedanken von Anfang an als Äste um einen zentralen Begriff. Oft wird erst gesammelt und das Ergebnis dann als Mindmap geordnet.

Wie funktioniert die 6-3-5-Methode?

Sechs Personen schreiben je drei Ideen in fünf Minuten auf ein Blatt und geben es weiter. Der Nächste greift die Ideen auf und ergänzt drei neue. Nach sechs Runden stehen bis zu 108 Ideen auf dem Papier.

Wie viele Personen sollten an einem Brainstorming teilnehmen?

Bewährt haben sich fünf bis zehn Personen. Bei weniger fehlen Anstoße, bei mehr kommen nicht alle zu Wort. Allein funktioniert die Methode ebenfalls.

Wie lange sollte ein Brainstorming dauern?

In der Gruppe 10 bis 30 Minuten für das Sammeln, ohne Auswertung. Allein reichen oft zehn Minuten. Danach drehen sich die Ideen meist im Kreis.

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Behörde Organisationshandbuch, BrainstormingGrundregeln, Verfahrensbeschreibung (5 bis 10 Personen, 10 bis 30 Minuten), Bewertung · Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung · abgerufen 19.10.2026
  2. Fachliteratur Applied Imagination1953 · Alex F. Osborn, New York: Scribner
  3. Fachliteratur Productivity loss in brainstorming groups: Toward the solution of a riddle53 (3), 1987, S. 497–509 · Michael Diehl, Wolfgang Stroebe, Journal of Personality and Social Psychology · abgerufen 19.10.2026
  4. Fachliteratur Give your ideas some legs: The positive effect of walking on creative thinking40 (4), 2014, S. 1142–1152 · Marily Oppezzo, Daniel L. Schwartz, Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition · abgerufen 19.10.2026

Aktualisiert am 19.10.2026 · Geprüft am 21.10.2026 · Redaktion arbeitdigital

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