Sketchnotes (Sketchnoting)

Definition

Sketchnotes sind visuelle Notizen aus kurzen Texten, einfachen Zeichnungen, Symbolen und Strukturelementen.

Sketchnotes (von englisch sketch, Skizze, und notes, Notizen) verbinden Stichwörter mit einfachen Bildern, Pfeilen, Rahmen und Symbolen. Das Sketchnoting ist keine Kunstform, sondern eine Notiztechnik: Es geht darum, Inhalte schnell zu erfassen und übersichtlich festzuhalten. Bekannt gemacht hat sie vor allem der US-Designer Mike Rohde mit seinem „Sketchnote Handbook“ von 2012.

Als Grund für die Wirkung wird oft die Theorie der doppelten Kodierung genannt: Werden Informationen als Wort und als Bild verarbeitet, lassen sie sich leichter merken und wiederfinden.

Beispiel: Nach der monatlichen Teambesprechung hält die Büroleiterin eines Handwerksbetriebs die Ergebnisse als Sketchnote fest, mit einem Kalender für die Urlaubsplanung, einem Transporter für die neue Fahrzeugregel und Glühbirnen für die Ideen. Das Blatt hängt am Brett im Pausenraum und wird öfter gelesen als jedes Protokoll.

Handgezeichnete Sketchnote einer Teambesprechung: Urlaub mit Kalender, Wünsche bis 15.11.; Fahrzeuge mit Transporter, abends volltanken; Ideen mit Glühbirnen; drei Figuren und Sprechblase zum nächsten Treffen am 4.11.
So kann die Sketchnote einer Teambesprechung aussehen: Titel, je Thema ein Symbol und wenige Stichwörter.

Aus welchen Elementen besteht eine Sketchnote?

ElementWofürBeispiel
SchriftÜberschriften groß, Stichwörter klein; Großbuchstaben für TitelTEAMBESPRECHUNG
RahmenAbschnitte trennen und Wichtiges hervorhebenein Kasten je Thema
Pfeile und LinienReihenfolge, Ursache und Folge zeigenProblem → Lösung
SprechblaseZitate und wichtige Aussagen„Nächstes Treffen: 4.11.“
FigurenPersonen und RollenStrichmännchen für Kunde oder Team
Symbolewiederkehrende Begriffe schnell erkennbar machenGlühbirne für Idee, Kalender für Termin, Euro für Geld
Handgezeichnete Grundelemente einer Sketchnote: Titel in Blockschrift, Rahmen, Pfeile, Sprechblase, zwei Strichfiguren, Glühbirne für eine Idee, Kalender und Euro-Münze als Symbole, Transporter aus Grundformen
Acht Grundelemente, aus denen sich fast jede Sketchnote zusammensetzt.

Sketchnoting lernen

  1. Material: Papier und ein Filzstift reichen; ein zweiter Stift in Grau oder einer Farbe für Schatten und Hervorhebungen hilft.
  2. Grundformen üben: Kreis, Dreieck, Rechteck und Linie lassen sich zu fast allem kombinieren, etwa eine Glühbirne für eine Idee oder eine Sprechblase für ein Zitat.
  3. Eigene Bildsprache aufbauen: einen kleinen Vorrat an Symbolen anlegen, die immer wieder vorkommen, etwa für Kunde, Geld, Termin, Problem oder Ziel.
  4. Struktur wählen: Inhalte von oben nach unten, im Kreis um ein Thema oder entlang eines Pfades anordnen; Überschriften groß schreiben, Abschnitte mit Rahmen oder Linien trennen.
  5. Text und Bild ausgewogen halten: Ohne Text bleiben Zusammenhänge unklar, zu viel Text nimmt den Überblick.

Einsatz im Betrieb

  • Mitschriften in Besprechungen, Schulungen und auf Vorträgen
  • Ideen festhalten, etwa beim Brainstorming oder als Ergänzung einer Mindmap
  • Abläufe und Regeln im Betrieb anschaulich erklären
  • Lernen und Prüfungsvorbereitung, etwa in der Ausbildung

Sketchnotes werden zu den Kreativitätstechniken gezählt, weil das Zeichnen neue Verbindungen zwischen Gedanken sichtbar machen kann.

Sketchnotes, Mindmap, Graphic Recording: der Unterschied

FormAufbauWer zeichnet
Sketchnotefreie Seite aus Text, Bildern, Rahmen und Pfeilen, oft von oben nach untenman selbst, als eigene Notiz
Mindmapein Thema in der Mitte, Äste mit Stichwörternman selbst oder das Team
Graphic Recordinggroßformatiges Bildprotokoll einer Veranstaltung, live auf Wand oder Bildschirmmeist eine beauftragte Zeichnerin oder ein Zeichner

Analog oder digital

Papier ist am schnellsten und lenkt am wenigsten ab. Digital lassen sich Sketchnotes mit Tablet und Stift in Zeichen- oder Notiz-Apps erstellen, leicht korrigieren, kopieren und teilen. Welche App passt, hängt vom Gerät und vom Zweck ab; für den Einstieg genügt meist eine einfache Zeichen-App mit Ebenen und wenigen Pinseln.

Typische Stolpersteine

  • Ablenkung: Wer während eines Vortrags nach dem perfekten Bild sucht, verpasst den Inhalt. Neue Symbole übt man besser vorher.
  • Zu viele Details: Einfache Zeichnungen genügen; Schönheit ist nicht das Ziel.
  • Anfangsaufwand: Der Nutzen wächst mit der Übung. Die ersten Sketchnotes dauern länger als gewohnte Notizen.

Häufige Fragen

Was sind Sketchnotes einfach erklärt?

Notizen, die Stichwörter mit einfachen Zeichnungen, Symbolen, Rahmen und Pfeilen verbinden. Sie halten Inhalte schnell und übersichtlich fest und sind leichter zu merken als reiner Text.

Muss man zeichnen können, um Sketchnotes zu machen?

Nein. Kreis, Dreieck, Rechteck und Linie reichen für fast alle Symbole. Es geht um Verständlichkeit, nicht um schöne Bilder.

Was braucht man für Sketchnotes?

Papier und einen schwarzen Filzstift, dazu einen grauen oder farbigen Stift für Schatten und Hervorhebungen. Digital genügen ein Tablet mit Stift und eine einfache Zeichen- oder Notiz-App.

Welche Symbole eignen sich für den Anfang?

Solche, die im eigenen Alltag oft vorkommen: Glühbirne für Idee, Kalender für Termin, Euro-Zeichen für Geld, Strichmännchen für Kunde oder Team, Ausrufezeichen für Wichtiges, Haken für Erledigtes.

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Fachliteratur The Sketchnote Handbook: The Illustrated Guide to Visual Note Taking2012 · Mike Rohde, Peachpit Press, Berkeley

Aktualisiert am 19.10.2026 · Geprüft am 19.10.2026 · Redaktion arbeitdigital

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