Eisenhower-Matrix

Definition

Die Eisenhower-Matrix teilt Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit in vier Felder: sofort erledigen, terminieren, delegieren oder streichen.

Eine verbreitete Technik im Selbst- und Zeitmanagement ist das Eisenhower-Prinzip, auch Eisenhower-Methode oder Eisenhower-Matrix. Den Namen verdankt es dem früheren General und US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower (1890–1969). In einer Rede 1954 zitierte er einen früheren Hochschulpräsidenten: Er habe zwei Arten von Problemen, dringende und wichtige; die dringenden seien nicht wichtig und die wichtigen nie dringend. Die Matrix selbst haben erst spätere Zeitmanagement-Autoren daraus entwickelt, bekannt gemacht hat sie unter anderem Stephen R. Covey 1989.

Die Grundidee ist eine Einteilung der Aufgaben nach den zwei Merkmalen Dringlichkeit und Wichtigkeit. So entsteht eine Matrix mit vier Quadranten und Aufgaben der Kategorien A, B, C oder D.

Eisenhower-Matrix: Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit
dringendnicht dringend
wichtigA: Sofort selbst erledigen wichtig und dringendB: Terminieren und selbst erledigen wichtig, nicht dringend
nicht wichtigC: Delegieren dringend, nicht wichtigD: Nicht bearbeiten weder wichtig noch dringend

Die vier Quadranten im Überblick

FeldMerkmalWas tunWorauf achten
Awichtig und dringendsofort selbst erledigenKrisen und Fristen; sollten auf Dauer weniger werden
Bwichtig, nicht dringendTermin setzen, selbst erledigenZiele, Planung, Weiterbildung; werden dringend, wenn sie liegen bleiben; gehören in die leistungsstärksten Stunden
Cdringend, nicht wichtigabgeben oder bündelnRoutine und Unterbrechungen; selbst erledigt in leistungsschwächeren Zeiten
Dweder wichtig noch dringendstreichenZeitdiebe, die nichts zum Ziel beitragen

Den größten Nutzen bringt das Feld B. Wer dort regelmäßig Zeit einplant, hat später weniger A-Aufgaben, weil weniger Dinge zur Krise werden.

Die Eisenhower-Matrix anwenden: so geht es

  1. Aufgaben sammeln: alles aufschreiben, was ansteht, auch Kleinkram.
  2. Zwei Fragen je Aufgabe: Bringt sie mich meinem Ziel näher (wichtig)? Muss sie bald erledigt sein, sonst entsteht ein Nachteil (dringend)?
  3. Einsortieren: jede Aufgabe in eines der vier Felder eintragen.
  4. Handeln: A sofort, B mit festem Termin im Kalender, C abgeben oder in einem Block erledigen, D streichen.
  5. Regelmäßig prüfen: die Matrix täglich oder zum Wochenstart neu ordnen; Aufgaben wandern, wenn Fristen näher rücken.

Beispiel: Wochenstart im Malerbetrieb

Die Inhaberin eines Malerbetriebs mit sechs Beschäftigten sortiert am Montagmorgen ihre Aufgaben:

AufgabeWichtig?Dringend?FeldNächster Schritt
Kunde meldet Wasserfleck an frisch gestrichener DeckejajaAheute hinfahren
Angebot für eine Hausverwaltung, Abgabe MittwochjajaAheute fertigstellen
Preise für das nächste Jahr kalkulierenjaneinBDonnerstag 7 bis 9 Uhr eintragen
Schulung für neue Spritztechnik buchenjaneinBbis Monatsende erledigen
Rückfrage des Großhändlers zur LieferungneinjaCan die Bürokraft abgeben
Newsletter eines Farbenherstellers lesenneinneinDabbestellen

Vorteile und Grenzen

  • Vorteile: schnell gelernt, braucht nur Stift und Papier, zeigt auf einen Blick, was wichtig ist und was wegfallen kann, und macht Delegieren zur bewussten Entscheidung.
  • Grenzen: Was „wichtig“ und „dringend“ heißt, legt jeder selbst fest. Wer nicht delegieren kann, bleibt auf den C-Aufgaben sitzen. Und bei vielen A- und B-Aufgaben zugleich hilft die Einteilung allein nicht weiter.

Die Forschung stützt den Grundgedanken: Menschen ziehen Aufgaben mit naher Frist vor, selbst wenn sie unwichtig sind und weniger bringen als eine wichtige Aufgabe ohne Frist. Zhu, Yang und Hsee haben diesen „Mere Urgency Effect“ 2018 in Versuchen gezeigt. Genau dagegen setzt die Matrix die Frage nach der Wichtigkeit.

Es hilft, für jede Aufgabe einen Zeitrahmen festzulegen, denn Arbeit dehnt sich oft so weit aus, wie Zeit dafür zur Verfügung steht (sogenanntes Parkinsonsches Gesetz).

Als Faustregel im Zeitmanagement gilt, nur etwa 60 Prozent der Arbeitszeit zu verplanen, weil der Rest erfahrungsgemäß für Unvorhergesehenes gebraucht wird. Eine Planung, die die gesamte Zeit verplant, geht selten auf.

Außerdem gehören Erholungsphasen in die Planung, und die persönliche Leistungskurve sollte berücksichtigt werden. Gerade in einem bewegten Umfeld ist eine flexible Planung hilfreich. Ein passender Leitsatz lautet: So viel planen wie nötig, aber so wenig wie möglich.

Eisenhower-Matrix, ABC-Analyse und Pareto-Prinzip

MethodeFragt nachErgebnis
Eisenhower-MatrixWichtigkeit und Dringlichkeitvier Felder mit je einer Handlung: erledigen, terminieren, abgeben, streichen
ABC-AnalyseAnteil am Ergebnis oder Aufwanddrei Klassen A, B, C nach Bedeutung, ohne Zeitbezug
Pareto-Prinzipwelche wenigen Aufgaben den größten Teil der Wirkung bringenSchwerpunkt auf die wirksamsten 20 Prozent

Typische Fehler

  • Dringend mit wichtig verwechseln: Ein klingelndes Telefon ist dringend, aber selten wichtig.
  • B-Aufgaben nur notieren: Ohne festen Termin im Kalender bleiben sie liegen, bis sie dringend sind.
  • Alles ist A: Stehen fast alle Aufgaben im Feld A, sind die Maßstäbe zu weich oder es fehlt Personal.
  • Abgeben ohne Kontrolle: Wer C-Aufgaben weitergibt, vereinbart Ergebnis und Termin.

Was heißt das für meinen Betrieb?

Im kleinen Betrieb fehlt oft jemand, an den sich C-Aufgaben abgeben lassen. Dann hilft Bündeln: Rückrufe, Bestellungen und E-Mails in einem festen Zeitblock am Tag erledigen, statt sich ständig unterbrechen zu lassen. Wiederkehrende Routine wie Rechnungsversand oder Terminerinnerungen lässt sich häufig automatisieren. Für B-Aufgaben lohnt ein fester Termin pro Woche, an dem das Telefon umgeleitet wird. Wie sich die Methode mit To-do-Liste und ABC-Methode im Alltag verbinden lässt, zeigt der Ratgeber Aufgaben priorisieren.

Häufige Fragen

Was sind die Vor- und Nachteile der Eisenhower-Matrix?

Vorteile: einfach, ohne Werkzeug nutzbar, schafft schnell Überblick und zeigt, was wegfallen kann. Nachteile: Die Einteilung ist subjektiv, wer nicht delegieren kann, bleibt auf C-Aufgaben sitzen, und bei vielen gleichzeitig wichtigen Fristen hilft sie wenig.

Welche Beispiele gibt es für die Eisenhower-Matrix?

Im Handwerksbetrieb etwa: ein Wasserschaden beim Kunden (A, sofort), die Kalkulation der Preise fürs nächste Jahr (B, Termin setzen), eine Rückfrage des Lieferanten (C, abgeben) und ein Werbe-Newsletter (D, streichen).

Was ist der Unterschied zwischen wichtig und dringend?

Wichtig ist, was zu den eigenen Zielen beiträgt. Dringend ist, was eine nahe Frist hat oder sofort Aufmerksamkeit verlangt. Eine Aufgabe kann das eine sein, ohne das andere zu sein.

Stammt die Eisenhower-Matrix wirklich von Eisenhower?

Nur der Gedanke. Eisenhower zitierte 1954 in einer Rede einen früheren Hochschulpräsidenten mit der Trennung von dringend und wichtig. Die Matrix mit vier Feldern haben später Zeitmanagement-Autoren entwickelt, unter anderem Stephen R. Covey.

Was mache ich mit C-Aufgaben, wenn ich nicht delegieren kann?

In einem festen Zeitblock bündeln, wiederkehrende Schritte automatisieren oder Anfragen höflich ablehnen. Ziel ist, dass sie die Zeit für wichtige Aufgaben nicht zerstückeln.

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Fachliteratur Address at the Second Assembly of the World Council of Churches, Evanston, IllinoisRede vom 19. August 1954 · Dwight D. Eisenhower, The American Presidency Project · abgerufen 19.10.2026
  2. Behörde Organisationshandbuch, 4.19 Eisenhower MatrixFunktionsweise, Vorteile, Stolperfallen · Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung · abgerufen 19.10.2026
  3. Fachliteratur The Mere Urgency Effect2018 · Meng Zhu, Yang Yang, Christopher K. Hsee, Journal of Consumer Research · abgerufen 19.10.2026
  4. Fachliteratur The 7 Habits of Highly Effective People1989 · Stephen R. Covey, Free Press, New York

Aktualisiert am 19.10.2026 · Geprüft am 21.10.2026 · Redaktion arbeitdigital

Unter Zuhilfenahme von KI-Werkzeugen erstellt · So arbeiten wir · Fehler melden