Automatisierung

Definition

Automatisierung heißt, dass Maschinen oder Software Arbeitsschritte ohne menschliches Zutun ausführen. Digitalisierung wandelt Informationen und Abläufe in eine computerverarbeitbare Form um und ist meist die Voraussetzung dafür.

Die Begriffe Digitalisierung und Automatisierung werden oft in einem Atemzug genannt, bedeuten aber nicht dasselbe. Beide sind zentrale Elemente der heutigen Wirtschaft, unterscheiden sich jedoch in Ansatz und Ziel.

Digitalisierung vs. Automatisierung

Digitalisierung und Automatisierung hängen zusammen, sind aber zwei verschiedene Prozesse. Die Digitalisierung ist oft der erste Schritt zur Automatisierung; die Automatisierung geht über das reine Digitalisieren hinaus.

Was bedeutet Digitalisierung?

Unter Digitalisierung versteht man die Umwandlung analoger Informationen und Abläufe in digitale Form. Daten, Dokumente, Abläufe oder Dienstleistungen werden elektronisch zugänglich, etwa wenn Papierakten zu digitalen Dateien werden oder Unternehmensdaten in der Cloud gespeichert und ausgewertet werden. Ziel ist es, Informationen schneller und einfacher zu verarbeiten, zu speichern und auszutauschen.

Was bedeutet Automatisierung?

Automatisierung beschreibt dagegen, dass manuelle Tätigkeiten und Entscheidungen von Maschinen oder Software übernommen werden. Wiederkehrende oder standardisierte Aufgaben laufen ohne menschliches Eingreifen ab, schneller und gleichmäßiger. Beispiele sind Industrieroboter in der Produktion oder Software, die Rechnungen automatisch erstellt.

Der entscheidende Unterschied zwischen Digitalisierung und Automatisierung

Digitalisierung macht Informationen mit digitalen Technologien verfügbar; Automatisierung nutzt diese Technologien, damit Abläufe ohne menschliches Zutun laufen. Kurz gesagt: Digitalisierung schafft die Grundlage, Automatisierung lässt die Abläufe selbstständig ausführen.

Ein Beispiel aus dem kleinen Betrieb: Erfassen die Gesellen eines Malerbetriebs ihre Stunden per App statt auf dem Stundenzettel, ist das digitalisiert. Erzeugt die App daraus selbst die Lohndaten für die Abrechnung, ist es automatisiert.

Digitalisierung, Automatisierung und digitale Transformation im Vergleich
DigitalisierungAutomatisierungDigitale Transformation
Was passiert?Informationen und Abläufe werden digital erfasstAbläufe laufen ohne menschliches ZutunGeschäftsmodell und Organisation ändern sich
ZielInformationen schneller finden, teilen und auswertenZeit sparen, Fehler vermeiden, gleichmäßige Qualitätneue Angebote, Wettbewerbsfähigkeit
Beispiel im MalerbetriebStunden per App statt auf dem Zetteldie App erzeugt daraus die LohndatenKunden buchen Besichtigungstermine online, Angebot und Rechnung laufen digital
VoraussetzungGeräte und Softwaredigitale Daten und ein klar beschriebener AblaufDigitalisierung, meist auch Automatisierung

Digitalisierung ist kein Synonym für Automatisierung

Digitalisierung führt nicht von selbst zur Automatisierung. Ein Unternehmen kann seine Papierakten digitalisieren, ohne die damit verbundenen Abläufe zu automatisieren. Digitalisierung ist also eine Voraussetzung, aber kein Synonym für Automatisierung.

Automatisierung nicht ohne Digitalisierung

Automatisierung ist in den meisten Fällen nicht ohne Digitalisierung möglich. Um Aufgaben zu automatisieren, müssen Daten und Abläufe zuerst digital vorliegen. Roboter, Algorithmen und künstliche Intelligenz brauchen digitale Daten als Grundlage.

Digitalisierung ist weit mehr als Automatisierung

Digitalisierung ist der umfassendere Begriff. Sie ermöglicht nicht nur Automatisierung, sondern auch neue digitale Geschäftsmodelle, Datenauswertungen oder einen besseren Kontakt zu Kunden. Sie betrifft alle Bereiche eines Unternehmens, während Automatisierung sich auf bestimmte Aufgaben und Abläufe richtet.

Digitale Transformation in diesem Zusammenhang

Die digitale Transformation hängt eng mit Digitalisierung und Automatisierung zusammen, geht aber über beide hinaus: Sie bezeichnet den umfassenden Wandel eines ganzen Unternehmens.

  • Digitalisierung als Basis: Ohne digital vorliegende Daten und Abläufe sind digitale Geschäftsmodelle und neue Technologien nicht nutzbar.
  • Automatisierung als Treiber: Sie steigert die Effizienz, senkt Kosten und verbessert die Qualität; Unternehmen können schneller auf Veränderungen reagieren.

Welche Beispiele gibt es für Automatisierung?

Automatisierung gibt es in der Werkstatt, im Gebäude und im Büro. Die wichtigsten Arten:

ArtWas wird automatisiert?Beispiel im kleinen Betrieb
FertigungsautomatisierungMaschinen und Anlagen steuern Arbeitsschritte selbstCNC-Fräse in der Tischlerei
GebäudeautomationHeizung, Licht, Lüftung, ZutrittHeizung regelt nach Zeitplan und Belegung
Prozessautomatisierung im BüroDaten fließen über Schnittstellen zwischen Programmender Onlineshop übergibt Bestellungen an Warenwirtschaft und Buchhaltung
Robotic Process Automation (RPA)Software-Roboter bedienen Programme über die Oberflächeein Bot überträgt Bestellungen aus E-Mails ins Warenwirtschaftssystem
KI-gestützte AutomatisierungSoftware liest, ordnet und entscheidet einfache FälleBelegerkennung liest Eingangsrechnungen aus und schlägt die Buchung vor

Automatisierung muss nicht teuer sein. Viele Programme, die ein Betrieb ohnehin nutzt, bringen Funktionen wie wiederkehrende Rechnungen, automatische Zahlungserinnerungen oder Regeln zum Sortieren von E-Mails schon mit.

Automatisch oder automatisiert?

Automatisch heißt allgemein „von selbst ablaufend“, etwa eine automatische Tür. Automatisiert beschreibt das Ergebnis einer Umstellung: Ein Ablauf, den früher Menschen erledigt haben, wurde so eingerichtet, dass er von selbst läuft. Eine automatisierte Rechnungsstellung arbeitet also automatisch, aber erst, nachdem jemand sie eingerichtet hat.

Automatisierung und Arbeitsplätze

Ob Automatisierung Arbeitsplätze kostet, wird seit Jahren diskutiert. Viel beachtet ist die Schätzung von Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne (Universität Oxford), nach der rund 47 Prozent der Beschäftigung in den USA ein hohes Risiko haben, automatisiert zu werden. Die Studie bewertet ganze Berufe; spätere Untersuchungen, die einzelne Tätigkeiten betrachten, kommen zu deutlich niedrigeren Anteilen. Häufiger als ganze Arbeitsplätze verändern sich die Aufgaben: Routinearbeit entfällt, Kontrolle, Beratung und Problemlösung bleiben beim Menschen.

Für Deutschland berechnet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dass 2022 rund 38 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berufen arbeiteten, in denen mindestens 70 Prozent der Tätigkeiten technisch ersetzbar wären; 2019 waren es 34 Prozent. Das beschreibt, was technisch möglich ist, nicht, was tatsächlich geschieht. Mehr dazu unter Arbeitswelt im Wandel.

Was heißt das für meinen Betrieb?

Für kleine Betriebe hat sich eine Reihenfolge bewährt: erst die Daten digital erfassen, dann den Ablauf aufschreiben (siehe Geschäftsprozess), dann automatisieren. Am meisten bringen Abläufe, die oft vorkommen, klaren Regeln folgen und heute doppeltes Abtippen erfordern, etwa Belege, Rechnungen, Zeiterfassung oder Terminbestätigungen. Wer einen umständlichen Ablauf automatisiert, macht ihn nur schneller umständlich; vorher lohnt der Blick, ob jeder Schritt nötig ist. Werkzeuge stehen unter Papierloses Büro und Zeiterfassung, den Einsatz von KI erklärt KI im Unternehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Automatisierung und Digitalisierung?

Digitalisierung beschreibt die Umwandlung in digitale Form und den Einsatz digitaler Technologien zur Verarbeitung von Informationen. Automatisierung nutzt diese Technologien, um Abläufe ohne menschliches Zutun auszuführen. Beide ergänzen sich, sind aber nicht dasselbe. Praktische Schritte zeigt der Leitfaden Digitalisierung.

Häufige Fragen

Was bedeutet Automatisierung einfach erklärt?

Automatisierung heißt, dass eine Maschine oder ein Programm eine Arbeit von selbst erledigt, die vorher ein Mensch gemacht hat, zum Beispiel wenn die Buchhaltungssoftware Zahlungseingänge selbst den offenen Rechnungen zuordnet.

Welche Beispiele gibt es für Automatisierung im Büro?

Wiederkehrende Rechnungen, automatische Zahlungserinnerungen, Belegerkennung mit Buchungsvorschlag, die Übergabe von Shop-Bestellungen an Warenwirtschaft und Buchhaltung, Terminbestätigungen per E-Mail und Software-Roboter (RPA) für Dateneingaben zwischen Programmen.

Was ist Prozessautomatisierung?

Prozessautomatisierung bedeutet, einen Geschäftsprozess ganz oder teilweise per Software ablaufen zu lassen, meist über Schnittstellen zwischen Programmen. Arbeitet die Software über die Bildschirmoberfläche wie ein Mensch, spricht man von Robotic Process Automation (RPA).

Was kommt zuerst, Digitalisierung oder Automatisierung?

Die Digitalisierung. Automatisieren lässt sich nur, was digital vorliegt: Ein Stundenzettel auf Papier kann keine Lohnabrechnung auslösen, eine Zeiterfassung per App schon.

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Fachliteratur IEC 60050-351, Internationales Elektrotechnisches Wörterbuch: Leittechnik, IEV 351-55-03International Electrotechnical Commission · abgerufen 16.10.2026
  2. Statistik Folgen des technologischen Wandels für den Arbeitsmarkt: Vor allem Hochqualifizierte bekommen die Digitalisierung verstärkt zu spürenIAB-Kurzbericht 05/2024, DOI 10.48720/IAB.KB.2405 · K. Grienberger, B. Matthes, W. Paulus, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) · abgerufen 19.10.2026
  3. Fachliteratur The future of employment: How susceptible are jobs to computerisation?114, 2017, S. 254–280 · Carl Benedikt Frey, Michael A. Osborne, Technological Forecasting and Social Change · Stand 1.1.2017

Aktualisiert am 16.10.2026 · Geprüft am 21.10.2026 · Redaktion arbeitdigital

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