Definition
Eine Web-App läuft auf einem Server und wird über den Webbrowser aufgerufen und bedient, ohne auf dem Endgerät installiert zu werden.
Eine Web-App (Webanwendung, englisch web application) ist ein Programm, das man über eine Internetadresse im Browser öffnet. Die eigentliche Verarbeitung und die Daten liegen auf einem Server, das Endgerät zeigt nur die Oberfläche an. Bekannte Beispiele sind Webmail, Online-Banking, Onlineshops, Buchhaltungsprogramme im Browser oder Terminbuchungen. Viele Angebote nach dem Modell Software as a Service sind Web-Apps.
Beispiel: Ein Elektrobetrieb erfasst Arbeitszeiten und Material direkt auf der Baustelle im Browser eines Tablets. Das Büro sieht die Einträge sofort und schreibt daraus die Rechnung; installiert werden muss auf den Tablets nichts, und neue Funktionen stehen nach einem Update auf dem Server allen gleichzeitig zur Verfügung.
Web-App, Desktop-App und native App
| Art | Wie sie läuft | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|
| Web-App | Im Browser, Daten und Logik auf dem Server | Keine Installation, auf allen Geräten nutzbar, zentrale Updates | Meist abhängig von einer Internetverbindung, eingeschränkter Zugriff auf Gerätefunktionen |
| Desktop-Anwendung | Auf dem Computer installiert | Volle Rechenleistung, offline nutzbar, Zugriff auf lokale Dateien und Geräte | Installation und Updates auf jedem Gerät, oft an ein Betriebssystem gebunden |
| Native App | Aus dem App-Store auf Smartphone oder Tablet installiert | Schnell, voller Zugriff auf Kamera, Ortung und Benachrichtigungen | Eigene Entwicklung je Plattform, Freigabe durch App-Stores |
| Progressive Web App (PWA) | Web-App, die sich wie eine App auf dem Startbildschirm ablegen lässt | Teilweise offline nutzbar, Benachrichtigungen, keine App-Store-Pflicht | Unterstützung je nach Browser und Betriebssystem unterschiedlich |
Web-App oder Website?
Die Grenze ist fließend. Eine Website stellt vor allem Inhalte zum Lesen bereit, etwa die Leistungen und Öffnungszeiten eines Betriebs. Eine Web-App lässt Nutzer mit Daten arbeiten: Sie geben etwas ein, das Programm verarbeitet es auf dem Server und speichert es, wie bei einer Terminbuchung, einer Zeiterfassung oder einem Kundenkonto. Viele Websites enthalten einzelne Web-App-Teile, etwa ein Buchungsformular.
Vor- und Nachteile für kleine Betriebe
- Vorteile: geringer Einrichtungsaufwand, Zugriff von Werkstatt, Baustelle und Homeoffice, keine eigene Server-Technik, Updates und Datensicherung beim Anbieter, meist monatlich kalkulierbare Kosten.
- Nachteile: Abhängigkeit vom Anbieter und von der Internetverbindung, laufende Gebühren, Daten liegen bei einem Dritten. Ein Wechsel kann schwierig sein, wenn sich Daten nicht vollständig exportieren lassen.
Worauf bei der Auswahl zu achten ist
- Datenschutz: Verarbeitet die Web-App personenbezogene Daten, braucht es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach der DSGVO; zu klären ist auch, wo die Server stehen.
- Sicherheit: verschlüsselte Verbindung, Anmeldung mit zweitem Faktor, Rechte je Nutzer. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschreibt typische Gefährdungen und Maßnahmen für Webanwendungen im IT-Grundschutz-Baustein APP.3.1.
- Datenexport: Lassen sich alle Daten in gängigen Formaten herunterladen?
- Offline-Betrieb: Funktioniert die Anwendung auch bei schlechtem Netz, etwa auf Baustellen?
- Schnittstellen: Kann die Web-App Daten mit Buchhaltung, ERP-System oder Shop austauschen?
Häufige Fragen
Was ist eine Web-App einfach erklärt?
Ein Programm, das man im Browser über eine Internetadresse öffnet, statt es zu installieren. Rechnen und Speichern übernimmt ein Server, das Gerät zeigt nur die Oberfläche.
Was ist der Unterschied zwischen einer Web-App und einer App?
Eine App im engeren Sinn wird aus dem App-Store auf Smartphone oder Tablet installiert und kann Kamera, Ortung und Benachrichtigungen voll nutzen. Eine Web-App läuft im Browser, braucht keine Installation und funktioniert auf allen Geräten, hat aber meist weniger Zugriff auf Gerätefunktionen.
Was ist eine Progressive Web App?
Eine Web-App, die sich wie eine App auf dem Startbildschirm ablegen lässt und teilweise auch ohne Internetverbindung funktioniert. Wie gut das klappt, hängt von Browser und Betriebssystem ab.
Brauche ich für eine Web-App einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
Ja, wenn die Web-App personenbezogene Daten im Auftrag des Betriebs verarbeitet, etwa Kunden- oder Mitarbeiterdaten. Den Vertrag stellt in der Regel der Anbieter bereit.
Verwandte Begriffe
- Digitale Technologien Technik, die Arbeit und Geschäft verändert
- Digitales Arbeiten Arbeiten mit digitalen Werkzeugen
- ERP: Enterprise-Resource-Planning Ressourcen planen mit einer gemeinsamen Software