Digitales Arbeiten

Definition

Digitales Arbeiten ist die Erledigung beruflicher Aufgaben mit digitalen Geräten, Software und Netzen, im Betrieb, unterwegs oder zu Hause.

Digitale Werkzeuge verändern, wo, wann und wie gearbeitet wird: Büros werden zu virtuellen Räumen, Zusammenarbeit funktioniert über Entfernungen hinweg, und vieles lässt sich automatisieren. Was genau ist digitales Arbeiten, und was bedeutet es für kleine Unternehmen?

Definition „digitales Arbeiten“

„Digitales Arbeiten“ bezeichnet die Nutzung digitaler Technologien und Werkzeuge, um Aufgaben effizienter zu erledigen und Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse zu verbessern. Dazu zählen Software zur Automatisierung von Aufgaben, Werkzeuge für Kommunikation und Zusammenarbeit, Cloud-Dienste für den Zugriff auf Daten von überall und die digitalen Fähigkeiten, um all das zu nutzen.

Digitales Arbeiten ermöglicht dezentrales Arbeiten. Die damit verbundene Arbeitswelt wird häufig als „Arbeiten 4.0“ bezeichnet.

Im weiteren Sinn umfasst digitales Arbeiten auch neue Geschäftsmodelle und Prozesse, etwa datenbasierte Entscheidungen oder die Entwicklung digitaler Produkte und Dienstleistungen.

Digitales Arbeiten findet im Büro, im Homeoffice oder an anderen Orten statt. Für eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich (Telearbeitsplätze) gilt die Arbeitsstättenverordnung (§ 2 Abs. 7 ArbStättV). Datenschutz und IT-Sicherheit gehören immer dazu.

Beispiel aus dem kleinen Betrieb: Die Gesellen eines Malerbetriebs erfassen Stunden und Material per App auf der Baustelle, das Büro schreibt daraus die Rechnung.

Zahlen und Fakten über digitales Arbeiten

  • Verbreitung: 2025 arbeiteten 24,6 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland zumindest zeitweise von zu Hause, 13,2 Prozent davon täglich oder mindestens die Hälfte der Arbeitszeit. 2019 waren es insgesamt erst 12,9 Prozent.
  • Selbstständige: Solo-Selbstständige arbeiten mit 53,0 Prozent am häufigsten von zu Hause, Selbstständige mit Beschäftigten zu 40,0 Prozent, abhängig Beschäftigte zu 22,6 Prozent (jeweils 2025).

Digitales Arbeiten, Homeoffice, mobile Arbeit: die Begriffe

BegriffBedeutungBeispiel
Digitales ArbeitenOberbegriff: Arbeit mit digitalen Geräten, Software und Netzen, egal an welchem OrtDie Buchhalterin bucht Belege im Büro mit einer Cloud-Software.
HomeofficeArbeit von zu Hause; im Gesetz nicht eigens definiertEin Teamleiter schreibt Angebote an zwei Tagen pro Woche am Küchentisch.
TelearbeitFest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich, vereinbart mit dem Arbeitgeber; die Arbeitsstättenverordnung gilt (§ 2 Abs. 7 ArbStättV)Eine Sachbearbeiterin hat zu Hause einen vom Betrieb eingerichteten Arbeitsplatz.
Mobile ArbeitArbeit mit digitalen Geräten an wechselnden Orten, unterwegs oder beim KundenEin Monteur ruft Aufträge auf dem Tablet ab und meldet sie vom Einsatzort zurück.
Remote WorkEnglisch für Arbeit fern vom Betrieb, oft vollständig ortsunabhängigEin Entwickler arbeitet dauerhaft aus einer anderen Stadt.

Wann Homeoffice und mobiles Arbeiten rechtlich auseinanderfallen, steht unter ortsunabhängig arbeiten; Pflichten des Arbeitgebers beim Arbeiten zu Hause unter Homeoffice.

Was versteht man unter digitalem Arbeiten?

Das Konzept umfasst viele Praktiken und Technologien, die verändern, wie Menschen arbeiten und wie Unternehmen geführt werden:

  1. Nutzung digitaler Technologien: Software und Hardware, mit denen Aufgaben effizienter erledigt werden, etwa Content-Management-Systeme, Kundendatenbanken oder künstliche Intelligenz.
  2. Arbeiten auf Entfernung: Beschäftigte können mit Internetverbindung von fast überall arbeiten; Unternehmen können so auch Fachkräfte außerhalb der Region gewinnen (siehe papierloses Büro).
  3. Digitale Kommunikation und Zusammenarbeit: E-Mail, Chat, Videokonferenzen und gemeinsame Arbeitsbereiche.
  4. Digitale Geschäftsmodelle: etwa Online-Marktplätze oder Plattformen für digitale Dienstleistungen.
  5. Weiterbildung: Digitale Technik entwickelt sich ständig weiter, digitale Fähigkeiten müssen mitwachsen.
  6. Datenschutz und Sicherheit: Mit der Digitalisierung steigt das Risiko von Datenpannen und Cyberangriffen; Schutzmaßnahmen und Schulung gehören dazu.

Digitales Arbeiten bringt Chancen und Herausforderungen. Es kann die Effizienz verbessern und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, verlangt aber auch Anpassungen in Kultur und Organisation.

Vor- und Nachteile des digitalen Arbeitens

VorteileNachteile
Flexibilität bei Ort und Zeit, bessere VereinbarkeitGrenze zwischen Beruf und Privatleben verwischt, Überstunden fallen weniger auf
Weniger Wege, weniger Bürofläche, Reise- und PapierkostenKosten für Geräte, Software, Lizenzen und Schulung
Wiederkehrende Aufgaben lassen sich automatisieren, weniger FehlerAbhängigkeit von Technik: Störungen und Ausfälle unterbrechen die Arbeit
Zusammenarbeit über Standorte hinweg, gemeinsame DokumenteWeniger persönlicher Austausch, Zusammenhalt muss bewusst gepflegt werden
Fachkräfte auch außerhalb der Region gewinnen und haltenHöheres Risiko für Datenpannen und Cyberangriffe, Datenschutz und IT-Sicherheit kosten Aufwand

Dem stehen Aufgaben gegenüber: IT-Sicherheit, Schulung im Umgang mit den Werkzeugen und eine gute Work-Life-Balance.

Bedeutung des digitalen Arbeitens heute

Die Digitalisierung hat Leben und Arbeit grundlegend verändert. Digitales Arbeiten ist für viele Unternehmen eine Voraussetzung geworden, um wettbewerbsfähig zu bleiben und sich an veränderte Anforderungen anzupassen.

Entwicklung des digitalen Arbeitens

Mit der Verbreitung des Internets in den 1990er-Jahren begannen Unternehmen, digitale Technologien in ihre Abläufe einzubauen. Cloud, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen haben die Entwicklung weiter vorangetrieben. Während der COVID-19-Pandemie ist der Anteil des Arbeitens von zu Hause sprunghaft gestiegen.

Anfänge einer neuen Ära

Die Anfänge reichen in die 1970er- und 1980er-Jahre zurück, als Personal Computer Aufgaben unabhängig von Großrechnern möglich machten. Internet und E-Mail brachten in den 1990er-Jahren mehr Vernetzung und Flexibilität. Arbeiten von zu Hause oder unterwegs wurde zunehmend als Weg gesehen, Produktivität zu steigern und Kosten zu senken.

Aktuelle Trends und zukünftige Aussichten

Die digitale Transformation der Arbeit geht weiter: mehr künstliche Intelligenz und Automatisierung, hybrides Arbeiten als Mischung aus Büro und Arbeit von zu Hause, Werkzeuge für die Zusammenarbeit und ein stärkerer Fokus auf IT-Sicherheit. Virtuelle und erweiterte Realität sowie das Internet der Dinge könnten weitere Möglichkeiten schaffen.

Werkzeuge und Technologien in der digitalen Arbeit

Viele Werkzeuge unterstützen Kommunikation, Zusammenarbeit und Produktivität. Typische Arten sind:

Beispielhafte Werkzeuge des digitalen Arbeitens

  • Kommunikation: Chat, Videokonferenz und Telefonie in einer Anwendung.
  • Projektmanagement: Aufgaben planen, Fortschritt verfolgen, Zuständigkeiten festhalten.
  • Cloud-Speicher: Dokumente speichern, teilen und gemeinsam bearbeiten.
  • Gemeinsame Dokumentbearbeitung: mehrere Personen arbeiten gleichzeitig an einem Dokument.
  • Zeiterfassung: Arbeitszeiten erfassen, wie es seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts von 2022 ohnehin nötig ist.
  • VPN: gesicherter Zugang zum Firmennetz von außen.
  • IT-Sicherheit: Schutz vor Schadsoftware, Erpressungstrojanern und anderen Angriffen.
  • CRM und Vertrieb: Kundenbeziehungen und Verkauf digital verwalten.
  • Lohn- und Personalsoftware: Personalverwaltung und Lohnabrechnung.

Was heißt das für meinen Betrieb?

Auch ein Betrieb mit Werkstatt oder Baustelle arbeitet in Teilen digital: Aufträge, Zeiten und Fotos laufen über Tablet oder Smartphone, Angebote und Rechnungen entstehen im Büro oder zu Hause. Sinnvoll ist ein Schritt nach dem anderen: zuerst die Abläufe mit dem meisten Papier und Abtippen, dann Regeln dazu, wer wann erreichbar ist, wie Arbeitszeit erfasst wird und wie Geräte und Daten geschützt sind. Hilfen dazu: papierloses Büro, Zeiterfassung, IT-Sicherheit und der Leitfaden Digitalisierung.

Beispiele für digitale Arbeit

Einige Unternehmen arbeiten seit Jahren vollständig verteilt, ohne zentrales Büro:

  • GitLab, eine Plattform für Softwareentwicklung, arbeitet vollständig verteilt mit Beschäftigten in vielen Ländern und hat ihr Handbuch für die Zusammenarbeit öffentlich gemacht.
  • Automattic, das Unternehmen hinter WordPress.com und WooCommerce, arbeitet ebenfalls verteilt; die Beschäftigten wählen ihren Arbeitsort selbst.
  • Buffer, Anbieter einer Social-Media-Software, hat sein Büro 2015 aufgegeben und berichtet seitdem offen über seine Erfahrungen.

Sie zeigen: Verteiltes Arbeiten gelingt mit guten Werkzeugen, klaren Regeln für die Zusammenarbeit und bewusster Pflege von Kultur und Gemeinschaft. Kleine Betriebe arbeiten meist hybrid: Büro und Baustelle oder Werkstatt bleiben, Büroarbeit lässt sich teilweise von zu Hause erledigen.

Wie hat Corona digitales Arbeiten verändert?

  1. Schnelle Umstellung: Mit Lockdowns und Kontaktbeschränkungen mussten viele Unternehmen kurzfristig auf Arbeiten von zu Hause umstellen.
  2. Bessere Technik: Viele Unternehmen investierten in sichere Zugänge, Cloud-Dienste und Software für die Zusammenarbeit.
  3. Neue Arbeitsweisen: flexible Arbeitszeiten, virtuelle Besprechungen und hybride Modelle wurden verbreitet.
  4. Akzeptanz: Viele Unternehmen, die vorher zögerten, haben die Vorteile erkannt und behalten hybride Modelle bei.
  5. Lernerfahrungen: Auch die Schwächen wurden sichtbar, etwa IT-Sicherheit, soziale Isolation und ungleicher Zugang zu Technik.

Welche Jobs werden durch digitales Arbeiten besonders begünstigt?

Begünstigt sind Tätigkeiten, die größtenteils am Computer erledigt werden und keine Anwesenheit an einem bestimmten Ort verlangen:

  • Softwareentwicklung und IT: Entwicklung, Datenanalyse, IT-Beratung.
  • Marketing und Vertrieb: Online-Marketing, Social Media, Vertrieb per Telefon und Video.
  • Gestaltung und Text: Grafik- und Webdesign, Redaktion.
  • Verwaltung und Management: Finanzplanung, Buchhaltung, Personalverwaltung, Projektmanagement.
  • Unterricht und Schulung: Online-Kurse und Webinare.
  • Beratung und Coaching: Gespräche per Video, Unterlagen digital teilen.

Ausblick auf die Zukunft des digitalen Arbeitens

Mit dem technischen Fortschritt entwickeln sich die Möglichkeiten weiter. Gründer, Unternehmen und Beschäftigte, die sie nutzen, können produktiver arbeiten und besser zusammenarbeiten. Zugleich müssen Sicherheit, Teilhabe und gesunde Arbeitsbedingungen im Blick bleiben.

Wissenschaftliche Studien zum Thema digitales Arbeiten

  1. „Does Working from Home Work? Evidence from a Chinese Experiment“ (Nicholas Bloom u. a., 2015): In einem Experiment arbeiteten Callcenter-Beschäftigte eines chinesischen Reiseunternehmens von zu Hause. Ihre Leistung stieg um 13 Prozent, sie waren zufriedener und kündigten seltener.
  2. „The hard truth about telecommuting“ (Mary C. Noonan, Jennifer L. Glass, 2012): Die Auswertung für die USA zeigt, dass Telearbeit häufig zusätzliche Arbeitsstunden bedeutet und Beruf und Privatleben vermischt, statt die Vereinbarkeit automatisch zu verbessern.
  3. Eurofound, die EU-Agentur für Lebens- und Arbeitsbedingungen, untersucht regelmäßig Verbreitung und Folgen von Telearbeit in der Europäischen Union, für Beschäftigte wie Arbeitgeber.
  4. „The future of employment: How susceptible are jobs to computerisation?“ (Carl Benedikt Frey, Michael A. Osborne, 2017): Die Autoren schätzten, dass rund 47 Prozent der Beschäftigung in den USA ein hohes Risiko hat, in den folgenden ein bis zwei Jahrzehnten automatisiert zu werden, vor allem Routinetätigkeiten. Die Schätzung ist umstritten, zeigt aber, wie stark digitale Technik die Art der Arbeit verändern kann.

Häufige Fragen

Ist digitales Arbeiten dasselbe wie Homeoffice?

Nein. Digitales Arbeiten beschreibt das Wie, also die Arbeit mit digitalen Geräten, Software und Netzen. Homeoffice beschreibt nur den Ort. Wer im Büro mit Cloud-Software arbeitet, arbeitet digital, aber nicht im Homeoffice.

Was braucht man für digitales Arbeiten?

Ein passendes Gerät, eine stabile und gesicherte Internetverbindung, Programme für Kommunikation, gemeinsame Dokumente und Aufgaben sowie Regeln für Datenschutz, IT-Sicherheit, Erreichbarkeit und Arbeitszeiterfassung. Ebenso wichtig ist, dass alle Beteiligten mit den Werkzeugen umgehen können.

Wie viele Menschen arbeiten in Deutschland von zu Hause?

Nach Destatis arbeiteten 2025 24,6 % aller Erwerbstätigen zumindest zeitweise von zu Hause, 13,2 % täglich oder mindestens die Hälfte der Arbeitszeit. 2019 waren es insgesamt 12,9 %.

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Gesetz Arbeitsstättenverordnung§ 2 Abs. 7 ArbStättV · Bundesministerium der Justiz · abgerufen 19.10.2026
  2. Statistik Erwerbstätige, die von zu Hause aus arbeitenArbeitskräfteerhebung, Veröffentlichung vom 23.07.2026 · Statistisches Bundesamt · abgerufen 19.10.2026
  3. Fachliteratur Does Working from Home Work? Evidence from a Chinese Experiment130 (1), 2015, S. 165–218 · Nicholas Bloom, James Liang, John Roberts, Zhichun Jenny Ying, Quarterly Journal of Economics · Stand 1.2.2015
  4. Fachliteratur The hard truth about telecommutingJuni 2012 · Mary C. Noonan, Jennifer L. Glass, Monthly Labor Review · Stand 1.6.2012
  5. Fachliteratur The future of employment: How susceptible are jobs to computerisation?114, 2017, S. 254–280 · Carl Benedikt Frey, Michael A. Osborne, Technological Forecasting and Social Change · Stand 1.1.2017

Aktualisiert am 19.10.2026 · Geprüft am 21.10.2026 · Redaktion arbeitdigital

Unter Zuhilfenahme von KI-Werkzeugen erstellt · So arbeiten wir · Fehler melden